„Wir freuen uns, dass wir das Bauvorhaben so schnell erfolgreich abschließen konnten. Dabei hat uns auch das trockene Wetter geholfen. Die Bagger konnten problemlos arbeiten“, so der Zweite Vorsitzende, Dr. Tilmann Disselhoff, der das Projekt koordiniert hat. „Nun, da die Arbeiten beendet sind, kann es aber gerne viel regnen. Je mehr, desto schneller werden sich die neuen Gewässer füllen. Wir sehen das Projekt als weiteren wichtigen Baustein in unserer umfassenden Strategie zur Aufwertung der Agrarlandschaft im Verbandsgebiet. Wie bei allen unseren Projekten haben wir auch hier auf die gute Zusammenarbeit mit Grundeigentümer und Landwirt gesetzt. Ohne ihre Zustimmung wäre ein solches Unterfangen nicht möglich gewesen. Daher möchte ich mich ausdrücklich bei Matthias Winter bedanken, auf dessen Pachtflächen die Gewässer entstehen“, so Disselhoff weiter.
Der Landwirt Winter, der im benachbarten Großmutz einen bäuerlichen Familienbetrieb führt, hat das Vorhaben nicht nur aktiv unterstützt, sondern auf den umliegenden Äckern freiwillig Obstgehölze, Hecken und Blühstreifen angelegt.
Dabei handelt es sich um ein langfristiges Forschungsprojekt der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE). Bereits zweimal waren Studenten der Einrichtung auf dem Winterschen Acker im Einsatz, um Baumreihen und eine Windschutzhecke anzulegen. Hintergrund dessen ist es, zu überprüfen, ob sich Land- und Forstwirtschaft ausschließen oder sich eventuell sogar ergänzen. So wurden unter anderen hochwertige Gewächse wie Elsbeere, Roteichen und Traubeneichen angepflanzt. Sie sollen in den Jahren zu stattlichen Exemplaren heranwachsen und natürlich für Holz sorgen. Umgekehrt wird in dem Langzeitprojekt untersucht, wie sich beispielsweise der Eintrag von Laub auf die Fruchtbarkeit des Bodens auswirkt. Ebenso interessiert die Hochschule, ob dadurch die Bodenerosion verhindert werden kann oder wie sich der Wasserhaushalt auf den Flächen durch das Miteinander von Bäumen und Feldfrüchten verändert. Die Blühstreifen entlang der Felder sollen Pflanzen und Insekten einen zusätzlichen Lebensraum bieten.
Durch die vom Nabu reaktivierte Schmelzwasserrinne dürfen sich die Amphibien nun nicht nur über neue Laichgewässer freuen, sondern auch ihre Landlebensräume werden aufgewertet. Davon profitieren nebenbei auch Rotmilan, Schreiadler, Weißstorch und viele geschützte Arten des EU-Vogelschutzgebiets Obere Havelniederung, in dem die Projektflächen liegen.
„Im Übrigen helfen wir mit solchen Projekten nicht nur der Natur, sondern auch der heimischen Wirtschaft,“ so Dr. Disselhoff weiter. „Sämtliche Aufträge im Projekt, das aus Bundes- und Landesmitteln finanzierte wurde, gingen an Brandenburger Unternehmen, der Löwenanteil an ein Bauunternehmen aus der Region.“ (veb)


Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) wurde 1899 von Lina Hähnle als Bund für Vogelschutz gegründet. Damit ist er der älteste und mit seinen mehr als 660 000 Mitgliedern und Förderern auch der mitgliederstärkste Umweltverband in Deutschland. Der Nabu setzt sich für die Artenvielfalt und den Schutz intakter Lebensräume, für gute Luft, sauberes Wasser, gesunde Böden und den schonenden Umgang mit unseren endlichen Ressourcen.  Etwa 40 000 ehrenamtlich Aktiven helfen bei der praktischen Naturschutzarbeit, es gibt etwa 2 000 lokalen Nabu-Gruppen.