„Demokratie geht anders“, findet Monika Schulz als Elternvertreterin des Horts der Linden-Grundschule Zehdenick und moniert das Ausschreibungsverfahren für die Getränke- und Essenversorgung für die städtischen Einrichtungen der Stadt Zehdenick, das ihrer Meinung nach intransparent abläuft, weil die Eltern weitgehend bei der Wahl des Versorgers ausgeschlossen werden.
„Ich hielt es für sinnvoll und unverzichtbar gemeinsam zu überlegen, welche Kriterien beispielsweise der Qualität des Essens für die Eltern wichtig sind. Es geht schließlich um die Ernährung unserer Kinder.“ Dass die Eltern weitgehend ausgeschlossen sind, „ist für mich ein klares Statement der Stadt Zehdenick, dass hier Mitbestimmung und Beteiligung nicht gewollt sind. Die Verwaltung setzt sich aus nicht nachvollziehbaren Gründen über den ausdrücklichen Wunsch von Eltern nach Mitbestimmung hinweg. Sie kann dies insofern, als dass es keine Rechtsgrundlage für die Mitbestimmung in dieser Frage gibt. Andere Kommune wie Oranienburg haben aber gezeigt, dass dieses mit dem nötigen politischen Willen sehr wohl geht“, stellt Monika Schultz in einer E-Mail fest.
Angelika Falk, Sachbearbeiterin für Schulen, Jugend und Vereine in der Stadtverwaltung Zehdenick, weist die Kritik an der Vergabepraxis aber zurück. Die Vergabegrundsätze, an die auch die Stadt Zehdenick zwingend gebunden sei, ließen es „leider nicht zu, vollumfänglich zu informieren, da die Wahrung der Vertraulichkeit sowohl für die Mitarbeiter der Verwaltung als auch für die Bieter gesetzlich vorgeschrieben ist“, so Falk. „Auf Grund der komplexen und auch komplizierten gesetzlichen Bestimmungen im Vergaberecht konnte eine Beteiligung der Eltern in diesem Rahmen noch nicht stattfinden. Qualitäts- und Mindestanforderungen sind bei der Abgabe der Angebote zwingend einzuhalten.“ Die Ergebnisse einer Wertungskommission, bestehend aus Eltern, Kindern und Pädagogen sowie Verwaltungsmitarbeitern, würden in die Vergabeentscheidung einbezogen. Das Essen der Anbieter kann verkostet und anonym mit Punkten bewertet werden. Diese Bewertung fließe maßgeblich in die Vergabeentscheidung mit ein. „Ziel ist es, dass die Essenkommission auch weiterhin über die Vergabeentscheidung hinaus nachhaltig und nutzbringend am Thema in und für ihre Kindereinrichtung arbeiten kann“, so Falk. Dass nicht mehr Eltern beteiligt werden, begründet Falk so: „Es wäre einem Bieter unzumutbar gewesen und entspricht auch nicht der Verhältnismäßigkeit, ein Probeessen für eine hohe Zahl an Wertungsmitgliedern im Rahmen eines Vergabeverfahrens zuzubereiten“, erklärte sie abschließend.