Erst wenige Wochen ist Christine Pensky-Heymann in Amt und Würden. Ende August war die Fürstenbergerin zur Vorsitzenden des Seniorenvereins Alter aktiv gewählt worden. Sie löste Detlef Zitzmann ab, den langjährigen Chef des mitgliederstarken Vereins, der aus gesundheitlichen Gründen den Staffelstab weitergab.
Christine Pensky-Heymann hat gleichwohl einen schweren Stand zurzeit. Was keineswegs an Kontroversen in der Vereinsspitze liegt oder an einer nicht zu bewältigenden Fülle von Aufgaben. Die 74-jährige Wasserstädterin befindet sich wie die meisten ihrer Vereinskollegen gleichsam in einer Dauer-Warteschleife. Eigentlich müssten wichtige Entscheidungen getroffen werden, was die längst zur Tradition gewordenen Festveranstaltungen des Vereins im Herbst und im Advent betrifft. Die auch für die Ruheständler Besorgnis erregende Entwicklung der Corona-Infektionszahlen lässt derzeit aber keine ordentliche Planung zu.

Teilnehmerzahl begrenzt

„Wir müssen noch beraten, wie es weitergeht und ob wir die Veranstaltungen überhaupt in dem Maße wie gewohnt vorbereiten können“, erklärt Christine Pensky-Heymann. Falls die negative Entwicklung der Pandemie im Herbst anhält, sehe es keinesfalls günstig aus. „Es sind halt auch überaus gut und gerne besuchte Veranstaltungen“, sagt die frisch gebackene Vereins-Vorsitzende. Normalerweise kämen so um die einhundert Ruheständler sowohl beim Herbstfest als auch bei der Weihnachtsfeier zusammen, um gemeinsam einen geselligen Nachmittag zu verleben. „Ob aber in den nächsten Wochen mehr als 25 Teilnehmer bei einer Feier erlaubt sein werden, wird sich erst noch zeigen müssen“, merkt Pensky-Heymann an.
Derzeit geht die Vereinsspitze davon aus, dass bei den öffentlichen Veranstaltungen 50 Teilnehmer erlaubt sein könnten. Wobei den ehrenamtlichen Organisatoren ein Umstand entgegenkommt. „Mehrere Ruheständler haben von sich aus schon erklärt, bei den Feiern nicht dabei sein zu wollen.“ Zum Einen, weil sie wegen der Gesundheitsgefahren verzichten wollten, zum Anderen aber, weil es in den Vorjahren doch sehr voll und daher etwas unruhig war bei den Feiern, erläutert die Vereinschefin.

Wahl amtlich bestätigt

Wie auch immer die Entscheidung „unterm Corona-Strich“ ausfallen wird: „Einstweilen planen wir damit, dass das Herbstfest am 6. November im Templiner Hof stattfinden soll. Der Beginn wurde auf 16 Uhr festgelegt“, erklärt die Chefin. Vom Programm her sei geplant, dass es zu Beginn ein schmackhaftes Essen geben wird, anschließend lädt DJ Thomas Hentschel in gewohnt unterhaltsamer Weise zum Tanz ein.
Wenn also auch das Thema Vereinsleben noch von Unwägbarkeiten abhängig ist. Gewissheit herrscht seit wenigen Tagen wenigstens darüber, dass der Verein weiter existieren kann. Die ordnungsgemäße Wahl des neuen Vorstands am 31. August dieses Jahres findet nun auch in Kürze ihre amtliche Bestätigung. Für den 29. Oktober ist der entscheidende Notartermin vom Amtsgericht Neuruppin anberaumt worden. „Dann kann endlich die wichtige Unterschrift geleistet werden“, merkt die stellvertretende Vorsitzende der Interessengemeinschaft an, Andrea Mielke.
Mit anderen Worten: Dann ist gewährleistet, dass der Verein die Pandemie gesund überstehen wird. Ein Problem ist damit aber nicht aus der Welt geschafft – nämlich das des Nachwuchses: Noch immer rücken zu wenig jüngere Senioren nach, die die Reihen der Interessengemeinschaft mit Tatkraft und Ideen stärken, wie bereits Christine Pensky-Heymann im Rahmen ihrer Antrittsrede anmahnte. So warnte denn auch schon der alte Vorstand im Vorfeld der Wahl, die für April 2020 geplant war: „Altersbedingt sind bei dieser und bei der nächsten Wahl jüngere Senioren gefragt.“
Für frischen Wind sorgt beispielsweise die neue Vorsitzende. Sie und ihre Mitstreiter vom Vorstand tragen sich mit der Idee, zwischen Jung und Alt Brücken zu bauen – vor dem Hintergrund der Digitalisierung, die unaufhaltsam voranschreitet. Möglicherweise im Herbst könnte nach den Worten von Pensky-Heymann ein Workshop beginnen, bei dem Jugendliche den älteren Semestern erklären, wie Handys beziehungsweise Smartphones funktionieren. Wie im Einzelnen dies funktionieren kann, werde noch beraten und mit klugen Köpfen der Digitalisierung wie Daniel Domscheit-Berg vom „Verstehbahnhof Fürstenberg“ abgestimmt. Auch der Jugendklub Treff ’92 könnte eine Rolle spielen, so die Vereinsvorstzende.