Seit dem 19. Juli hatten acht Künstler auf dem Sportplatz der Waldarbeitsschule gearbeitet und dabei sowohl Gewittern als auch brütender Hitze getrotzt. Am Sonnabend präsentierten sie nun die Ergebnisse ihrer Arbeit. "Zwischen Wasser und Land" lautete das Motto des diesjährigen Treffens. Begleitet von der Bandoneon-Musik des Berliners Rainer Volkenborn konnten sich die Besucher der Finissage ansehen, was den Künstlern zu dem Thema eingefallen war. Das waren Tomoko Mori aus Japan, Sebastian Wywiorski aus Polen sowie Sally Moira Busse, Gudrun und Kuno Lomas, Uwe Thamm, Jens Kanitz und Stephan J. Möller aus Deutschland.
Einen großen Eichenstamm hatten die Mitarbeiter der Waldarbeitsschule in fünf 4,5 Meter lange Stücke geschnitten. Daraus hatten Lomas, Möller, Kanitz und Thamm fünf sehr verschiedene Skulpturen erschaffen. Sie sollen zusammen mit drei weiteren Skulpturen des 14. Symposiums, das vor zwei Jahren ebenfalls in Kunsterspring stattgefunden hatte, im Frühjahr am Rundwanderweg rings um den Dagowsee bei Neuglobsow aufgestellt werden.
Dazu hatten sich die Künstler während des Symposiums auch schon einmal vor Ort umgesehen. "Auf diese Weise haben sie einmal ein Gefühl für den Platz erhalten und vielleicht Inspirationen gesammelt", erklärt Dr. Mario Schrumpf, Leiter des Naturparks Stechlin-Ruppiner Land, der ein langjähriger Partner des Symposiums ist. So soll etwa Kanitz' "Quellnymphe" an einem Feuchtgebiet aufgestellt werden, Gudrun Lomas' "Königin der Nacht" hingegen in der Ortslage auf einem Hang. Schrumpf hofft, mit der Kunst die Nutzer des Wanderwegs auf das Thema Feuchtwälder aufmerksam machen zu können. Und es entspreche auch der gewünschten Nachhaltigkeit, die im Symposium entstandenen Kunstwerke nicht einfach in einem Lager verstauben zu lassen. Auch die Bilder der vergangenen Jahre wurden in Wanderausstellungen vielen Menschen zugänglich gemacht.
Für Gudrun Lomas war die Finissage am Sonnabend zeitgleich Start- und Zielpunkt ihrer Arbeit. Denn als künstlerische Leiterin der Symposien im Naturpark Stechlin-Ruppiner Land hat sie schon wieder ihren Blick auf die nächste Auflage gerichtet. "Wir fangen demnächst an, die möglichen Themen für 2017 zu erarbeiten", sagte sie. Erst wenn das erledigt sei, könne auch die Frage nach dem Austragungsort beantwortet werden. Bewerbungen allerdings gebe es schon jetzt einige. So sei der Wunsch aus Menz an sie herangetragen worden, dort das 17. Internationale Kunstsymposium auszurichten.
"Fest steht aber schon jetzt, dass wir im Jahr 2018 wieder nach Kunsterspring zurückkehren werden", erklärt Frau Lomas. Denn dafür hatte es eine Förderung durch das EU-Life Projekt gegeben. Nicht zuletzt die gute Unterstützung durch die Waldarbeitsschule, ohne deren technische Unterstützung die schweren Skulpturen kaum hätten entstehen können, mache den Ort ohnehin immer wieder zu einem angenehmen Arbeitsplatz, so Lomas.