Das Audioprojekt ist Laura Heyms Masterarbeit. Im Rahmen ihres Studiengangs hat sie die Möglichkeit, ein Projekt in die Praxis umzusetzen, konnte dafür sogar ein Recherche-Semester nehmen. Die 26-Jährige studiert in Bozen im noch recht jungen Masterstudiengang Ökosoziales Design. Sie hat das Projekt „hinter land“ konzipiert und initiiert, arbeitet aktuell mit einer Vielzahl von Kooperationspartnern an der Umsetzung.
Seit Anfang September entsteht in Fürstenberg der erste interaktive hinter-land-Audioführer. „Für die Erstellung der App nutze ich die Plattform toto.io der Nebelflucht GmbH und werde vom Verein Neuland 21 unterstützt“, erzählt Laura Heym über die Entstehung ihres Audioführers.
Alteingesessene und Zugezogene sprechen darin von ihren Vorstellungen, Wünschen, Projekten und Initiativen zur Zukunftsfähigkeit der Wasserstadt. „Geplant sind Varianten, die Tour zu gehen. Das ermöglicht es Besuchern und Anwohnern ebenso wie Jung und Alt, das „hinter–land“ hörend zu erforschen.“
Weshalb ein Audioguide, also eine Version des Leitens durch Wortbeiträge? „Dann können die Leute sich dabei umsehen und müssen nicht auf ihren Bildschirm schauen, entdecken vielleicht noch Anderes.“ Über das Zuhören hinaus können  eigene Ideen, Bilder und Kommentare hinzugefügt werden. „Der Audioguide soll idealerweise vor Ort als App zum Download auf dem Smartphone verfügbar sein. Schön wäre, wenn zur Ausleihe in der Touristeninformation oder beim Bäcker bereit steht“, schwebt der Initiatorin vor.
Für sie ist die Provinz Zukunftsraum. Laura Heym kennt die Region von zahlreichen Ausflügen, verbrachte oft Paddelurlaube in der Umgebung. Viele ihrer Verwandten wohnen in Oberhavel, ihre Oma beispielsweise in Liebenwalde, eine Freundin in Fürstenberg. Bei ihr verbrachte Laura im  Juni wieder einmal einige Tage. Hier entstand die Idee, das Projekt in Fürstenberg umzusetzen.
„Der Audioführer soll weniger Orte präsentieren, die durch ihre bewegte Vergangenheit bedeutungsvoll und sehenswert geworden sind. Vielmehr werden persönliche und  andere Geschichten erzählt. Dafür interviewte die Studentin in den zurückliegenden Tagen zahlreiche Fürstenberger, die in der Stadt zukunftsorientierte Projekte wie den Verstehbahnhof, die Alte Reederei und die Mitfahrerbank am Bahnhof organisiert haben oder sich in der Flüchtlingsinitiative engagieren.
Was sind oder waren die Visionen und Ideen der Menschen? Welche Initiativen haben sie angestoßen? Was funktioniert gut, was nicht und warum? das interessiert Laura Heym.
Sie möchte Orte, Leute und Geschichten sammeln, die für Beiträge in dem Audioguide interessant sein können. „Die Inhalte sollen leicht zu ergänzen und zu überarbeiten sein, denn Dinge verändern sich“.
Einen praktischen Einblick in die App, die Laura Heym für den interaktiven Audioguide nutzt, erhalten Neugierige am diesem Freitag und Sonnabend am Bahnhof Fürstenberg. Mehr zu dem Projekt von Laura Heym gibt es im Internet unter www.zukunfthinterland.de

Zur Person

Nach ihrem Bachelorabschluss im Industriedesign an der Burg Giebichenstein in Halle (Saale) im Jahr 2016 und einem Praktikum bei einer Designagentur in München im Bereich „Strategy und Research“, studiert Laura Heym in Bozen Ökosoziales Design. In ihrer praktischen Arbeit lag der Fokus meist auf sozialen und auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Projekten.

Nachdem sie in meinem Master zunächst mit den Bergbauern in Südtirol auseinandergesetzt hatte und eine kleine Ausstellung zur Zukunft des Bergbauerntums umgesetzt hatte, nahm sie Berlin/Brandenburg in den Fokus.