Die Faxen dicke hat allmählich Robert A. Puppel. Der Veranstalter aus Berlin, der mit seiner eigenen Firma V Events am 22. August auf der Festwiese in Fürstenberg die Halli-Galli-Party ausrichtete, versteht die Welt nicht mehr. Vorzüglich habe die Organisation des Abends unter den erschwerten Bedingungen der Pandemie funktioniert. Die Kooperation mit dem Publikum sei außerordentlich gut gewesen, so dass alle notwendigen Einschränkungen durchgesetzt wurden. Eine Teilnehmerin der Feier allerdings habe sich erst in den Medien und dann bei der Kommune beschwert.
„Verblüfft war ich darüber, weil ich es gewohnt bin, Sachen die mir missfallen, direkt anzusprechen, vor allem, da unzählige Mitarbeiter und ich vor Ort waren, um etwaige Probleme zu lösen oder den Leuten die Sorgen zu nehmen“, zeigt sich Puppel irritiert.

Kommune fordert Stellungnahme

Wie sich unterdessen herausstellte, sei die Beschwerdeführerin keine Fürstenbergerin gewesen, sondern eine Person aus einem anderen Bundesland. Beklagt habe sie sich vor allem darüber, dass nach ihrer Überzeugung sowohl die Mindestabstände bei der Feier nicht eingehalten worden seien, als auch niemand eine Maske trug.
Das Ordnungsamt Fürstenberg reagierte und forderte von dem Manager eine Stellungnahme. Dieser listete eine Reihe von Punkten auf, die er gemeinsam mit den Leuten der Security, der Kommune, und nicht zuletzt der Polizei an dem Abend zur Sicherstellung der besonderen Regelungen in die Tat umsetzte.
Puppel ließ die Vorwürfe nicht auf sich sitzen. Er teilte mit, die Dame, die die Tickets scannte, sei im Besitz einer ärztlichen Genehmigung gewesen, keine Maske zu tragen zu müssen. „Der Attest lag vor, hätte eingesehen werden können“, betont der Manager.
Kunst, Kultur und Management ohne jegliche Einnahmen: Robert A. Puppel sorgt sich auch im Herbst um die Ausrichtung von Veranstaltungen.
Kunst, Kultur und Management ohne jegliche Einnahmen: Robert A. Puppel sorgt sich auch im Herbst um die Ausrichtung von Veranstaltungen.
© Foto: privat
Von der Frau kritisierte Taschenkontrollen seien bei allen Veranstaltungen dieser Größenordnung seit Jahren Standard. Der Schmuggel von Waffen, Feuerwerkskörpern, Glasbehältern und Kameras soll verhindert werden. Die aktuelle Corona-Situation verlangte es außerdem, dass am Einlass ein Desinfektionsständer stand, „so dass jeder, der wollte, sich und Gegenstände desinfizieren konnte“. Und die Security Mitarbeiter verfügten allesamt über einen Mund-Nase Schutz, merkt der Manager an. 15 Hinweisschilder, mit Piktogrammen „Abstand 1,5 Meter“, seien auf dem Gelände gleichmäßig verteilt gewesen. „Die Security Mitarbeiter hatten auf die Abstandsregel hingewiesen, der DJ habe stets auf die Einhaltung der Abstände verwiesen“, erklärt Robert A. Puppel.

Breiter Tresen an der Bar

Vor allem aber: Das Gelände sei abgesperrt worden und hatte eine abgesperrte Größe von etwa 1.500 bis 2.000 Quadratmetern. „Somit hatte jeder Gast (etwa 300 Gäste waren es) rein rechnerisch zwischen fünf und sieben Quadratmetern für sich, und keiner wurde eingepfercht.“
An den Ausgabestellen hingen große Plexiglassicherheitsscheiben (Plexiglasscheiben werden für den Grund eingesetzt, dass der dahinter arbeitende Mitarbeiter keinen Mund-Nase Schutz tragen muss – siehe auch in jedem Supermarkt). „Der Tresen der Bar hatte eine Breite von einem Meter, so dass ein direkter unmittelbarer Kontakt nicht möglich war, regelmäßig desinfizierten sich die Mitarbeiter die Hände“, berichtet Puppel.
Die Polizei fuhr mindestens fünf Mal Streife und hatte vollen Einblick auf das Gelände und die Einlass-Situation – immer mit Blickkontakt zum Veranstalter und der Security. Es gab nichts zu beanstanden. Für die Polizei war die Situation zu jeder Zeit in Ordnung.
Wegen eines privaten Unfalls, ein Gast habe sich das Knie verletzt, sei ein Rettungswagen vor Ort gewesen, berichtet der Berliner Manager. „Und auch die Sanitäter hatten keinen Anlass zur Beschwerde“, betont er.

Ansonsten keine Beschwerden

Für Veranstalter wohl am wichtigsten: „Es war bereits beim Aufbau und bei der Veranstaltung ein Vertreter der Veranstalterhaftpflichtversicherung vor Ort, welche diese Veranstaltung versichert. Auch dieser Vertreter, nebenbei auch Sachverständiger, hatte nichts zu bemängeln“, merkt Puppel an.
Beim Verlassen des Geländes hätten sich mehr als 80 Prozent der Gäste spontan für die gelungene Veranstaltung „bei mir beziehungsweise dem Team bedankt“. Dass sich Gäste für eine öffentliche Veranstaltung bedanken, sei eine absolute Ausnahme.
Seit Fazit: „Wir haben uns alle Mühe gegeben und uns an die Vorgaben und Auflagen gehalten, da wir von der Wichtigkeit und der Sinnhaftigkeit überzeugt sind.“
Unterdessen lautet ein Fazit der Stadt Fürstenberg: Lediglich eine Beschwerde gab es, nicht einmal die Lautstärke der Veranstaltung, die sonst immer wieder thematisiert wird, sei Anlass zu Vorhaltungen gewesen. Carola Hoheisel, die Leiterin des Hauptamtes in der Fürstenberger Stadtverwaltung, wiederholte: „Es gab keine weiteren Beschwerden.“
Wermutstropfen für alle Party-Fans: Die „FLASH BACK 2.0“ Feier mit Ostseewelle Party-DJ Alex Stuth, die am 19. September in der Mehrzweckhalle Fürstenberg über die Bühne gehen sollte, ist abgesagt worden. Die Veranstalter, Lukas Volkmann und Stefan Wernicke, vom Veranstaltungsservice V&W GmbH und Co. KG, haben sie wegen der Corona Situation auf 10. April 2021 verschoben.