Im fünften Jahr seines Bestehens setzt der Kiezpunkt 2021 mehr denn je auf die Unterstützung durch Ehrenamtler. „Dem Ehrenamt wird mehr Verantwortung übertragen, weil es nicht mehr in mein Zeitbudget passt“, kündigte Katrin Domke im Sozialausschuss der Stadt Zehdenick an. Domke war eingeladen worden, um den Kiezpunkt vorzustellen und einen Ausblick zu geben. Seit Anfang an koordiniert die Mutter von drei Kindern den beliebten Familientreffpunkt. Seit 2012 lebt die Sozialarbeiterin mit ihrer Familie in Zehdenick. Sie ist die Frau von Pfarrer Andreas Domke. 2014 arbeitet sie in der Familienberatungsstelle im Kloster.
Auf jeden Fall soll es auch kommenden Jahr wieder den Nachbarschaftstreff auf der Wiese an der Straße des Friedens geben, und zwar alle zwei Wochen von April bis September. Ab Oktober ist dann wieder der Umzug in den Speisesaal der Havelland-Grundschule an der Marianne-Grunthal-Straße vorgesehen.

Aqua Zehdenick neuer Kooperationspartner

Als neuen Kooperationspartner konnte der 2016 gegründete Kiezpunkt die Beschäftigungsgesellschaft Aqua Zehdenick GmbH gewinnen. Die Grundfinanzierung sei weiterhin durch eine Spende der Gebäude- und Wohnungswirtschaft (Gewo) Zehdenick gesichert. Sie selbst werde weiterhin zwar als Hauptkoordinatoren tätig sein, aber sich ein Stück aus dem Kiezpunkt herausziehen müssen. Es werde künftig eine Art „rotierende Verantwortung“ geben, kündigte Domke an.

Im bevölkerungsreichen Zehdenicker Süden gibt es kaum Angebote

Der Kiezpunkt sei bislang die einzige Anlaufstelle für Kinder, Jugendliche und Familien im bevölkerungsreichen Zehdenicker Süden. „Hier gibt es nicht einmal ein Jugendzimmer“, bedauerte Katrin Domke, dass das neue Jugendfreizeitzentrum ziemlich weit weg auf dem neuen Festplatz eröffnet wurde, wo es in der direkten Umgebung wenig Kinder und Jugendliche gebe.
Angestoßen wurde das Projekt „Kiezpunkt“ vor vier Jahren durch das Förderprogramm „Vermeidung von Kinderarmut“ des Landessozialministeriums. Doch nur ein Jahr lang bezuschusste die Landesregierung Personal- und Sachkosten. Um das Angebot weiter aufrecht erhalten zu können, bemühten sich die evangelische Kirchengemeinde Zehdenick und ihre Kooperationspartner um eine Anschlussfinanzierung. Gelder kamen 2017 und 2018 aus dem Bundesprogramm „Demokratie leben!“. 2019 sprangen schließlich die kommunalen Gesellschaften Gewo und Stadtwerke mit einer Finanzspritze ein, während die Kommune selbst den Speisesaal der Schule in den Herbst- und Wintermonaten als Anlaufpunkt kostenfrei zur Verfügung gestellt habe, erläuterte Domke.

Coronabedingt fiel das Angebot 2020 bescheidener aus

Zunächst gab es im Gründungsjahr wöchentliche Angebote, später gab es den Kiezpunkt nur noch alle 14 Tage. Drei größere Veranstaltungen mit jeweils bis zu 150 Gästen gehören zu den Höhepunkten.
Der Kiezpunkt selbst werde normalerweise von bis zu 60 Personen jeden Alters besucht. Es wird gespielt, und unter der Anleitung von Künstlern aus der Region dürfen sich Jung und Alt künstlerisch ausprobieren. Ein gemeinsames Kochen und Essen beendet jeden Kiezpunkt-Nachmittag.
Coronabedingt fiel das Angebot in diesem Jahr spärlich aus. Nur wenige Male konnte der Treffpunkt öffnen. Die meiste Zeit mussten die Gäste an Tischen sitzen und durften sich nicht frei auf dem Gelände bewegen. Auf das gemeinsame Kochen sei ganz verzichtet worden. Die Zahl der Besucher ging deshalb auf etwa 30 pro Nachmittag zurück. Ab Oktober gibt es Kiezpunkt wieder im Speisesaal der Schule, aber nur als Kinonachmittag. Denn seit Oktober 2019 verfügt der Kiezpunkt über eine mobile Kinoanlage, die ebenfalls aus Fördermitteln finanziert wurde.