Der Falkenthaler Kirchturm ist schon etwas Besonderes. Denn der wehrhafte Turm des aus dem 14. Jahrhundert stammenden gotischen Backsteinbaus ist zusätzlich mit einem in Fachwerk ausgeführten Aufsatz gekrönt. Der wurde dem Turm anlässlich der Krönung von Friedrich I. zum König in Preußen aufgesetzt, allerdings um ein Jahr zeitversetzt erst 1702. Doch damit nicht genug, kann sich der Falkenthaler Turm auch mit jenem im italienischen Piesa messen, der berühmt für seine Schieflage ist. Wer sich direkt vor den Falkenthaler  Turm stellt und in die Höhe blickt, kann  erkennen, dass sich die Laterne auf dem Turm leicht zur Seite neigt. Nun ist das noch kein Grund, das Terrain um die Kirche abzusperren. Doch es ist das weithin sichtbare Zeichen, dass der Turm in die Jahre gekommen ist. Regen, Schnee und Wind haben dem Fachwerk zugesetzt. Die Oberflächen der Bretter sind verwittert. Gemacht werden muss also etwas. Erste Schutz- und Sicherungsmaßnahmen hat die Kirchengemeinde bereits ausführen lassen. Doch in der Perspektive muss der Turm saniert werden. Eine vor Jahren erhobene grobe Schätzung ergab einen notwendigen Geldbetrag von rund 450 000 Euro.
Förderverein gegründet
Viel Geld, das auch im Falkenthaler Kirchensäckel nicht einfach so vorhanden ist. Also hat sich bereits vor Jahren der Förderverein Dorfkirche Falkenthal gegründet. Dessen erklärtes Ziel ist es, die Sanierung des Turms zu organisieren. Dazu gehört eine Bauablaufplanung ebenso, wie die Akquise, das Einwerben, von Fördermitteln und Spenden.
Doch die Mitglieder wollten nicht nur mit dem Klingelbeutel umherziehen. Deshalb kamen sie auf die Idee, das Turmfest zu organisieren – in diesem Jahr bereits zum siebten Mal. Doch, wie in Falkenthal üblich, waren die Macher damit noch nicht zufrieden. Also wurde der Backwettbewerb ins Leben gerufen und ist nun mittlerweile Tradition beim Fest. Hobbybäcker sind aufgerufen, süße, kalorienhaltige Tortenkreationen zu erschaffen, die von fachkundigen Juroren verkostet und bewertet werden. Als Anreiz für die fleißigen Bäcker gibt es Preise. Die Kuchen  werden danach den Gästen des Festes aufgetischt. Weder für Kaffee noch Kuchen müssen die Gäste zahlen. Doch es wird um eine Spende gebeten.
In diesem Jahr kamen exakt 2 361,50 Euro zusammen, wie Wolfgang Reimann als Vorsitzender des Fördervereins nach dem Kassensturz berichtet. Enthalten darin seien sowohl die Einnahmen des Chorkonzertes, mit dem das Fest eröffnet wurde, als auch die Zuwendungen nach dem Genuss der immerhin 30 Torten, so Reimann.
Das Geld kommt nun, wie bereits die Einnahmen der vorangegangenen Feste, aufs Konto. Es soll angespart und für die Beantragung von Fördermitteln  verwendet werden.
Eine direkte Zeitschiene für die Sanierung des Turms gibt es bislang nicht. "Wir haben nur einen groben Zeitplan", berichtet Peter Hanschmann, stellvertretender Vereinsvorsitzender, auf Nachfrage. "Erst einmal wollen wir alle Bauunterlagen zusammentragen und dann prüfen, ob wir Fördermittel beantragen können. Das wird bestimmt noch ein oder zwei Jahre dauern."
Wer sich den Falkenthaler Kirchturm ansehen möchte, sollte sich das Erntedankfest am Sonntag, 29. September, vormerken. Dann werden auch Turmbesteigungen angeboten.

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Infokästen haben ab sofort keinen blauen Punkt vorne, sondern nur einen gefetteten Anlauf.

Infokästen haben ab sofort keinen blauen Punkt vorne, sondern nur einen gefetteten Anlauf. Und am Ende steht ein Kürzel. kürzel