Uwe Rohtermundt aus Falkenthal tut das in seinem Dorf seit Mitte der 1990er-Jahre. Auch für 2012 hat er wieder eine Statistik vorgelegt. Daraus geht hervor, was Meister Adebar und ihre Familien so getrieben haben.
Und vor allem, dass 2011 ein recht durchschnittliches Storchenjahr war im Altkreis Gransee. Falkenthal stand dagegen noch gut da. Neun von zehn Nestern waren besetzt. Sich erfolgreich gepaart und Junge zur Welt gebracht haben jedoch nur fünf Paare. 14 von insgesamt 17 geschlüpften Jungstörchen überlebten sozusagen die Kindheit und konnten flügge werden. Im Schnitt kommen also 2,8 Jungtiere pro brütendem Paar in Falkenthal zur Welt.
Um ein weiteres Nest, das in der Breiten Straße 3, tobte ein sogenannter Horstkampf, bei dem Eier herausgefallen sind. "Es kommt vor, dass Störche einander angreifen und um Nester kämpfen", erklärt Rohtermundt. "Das kann sehr hart zugehen." Wenn die neuen Störche den Kampf gewonnen haben, sind sie ein Horstpaar. Oftmals schaffen diese Tiere es nicht mehr, noch Junge auszubrüten beziehungsweise sind laut Rohtermundt gelegentlich auch noch zu unerfahren oder noch nicht immer geschlechtsreif.
Rohtermundt weiß noch mehr vom Storchenjahr 2012 zu berichten. Etwa gelang es dem Oberförster außer Dienst, Peter Keibel, einen Naturfilm über die Tiere zu drehen. Er begleitete sie von der Ankunft bis zum Abflug mit der Kamera. Dafür wurde unter anderem eine fahrbare Leiter in gebührender Entfernung zu einem Storchennest aufgestellt. "Dabei half Herr Jürgen Maasch mit seinem Traktor", so Rohtermundt. Keibel hat zudem am 1. August 58 nichtbrütende Störche auf den Wiesen rund ums Dorf gezählt - etwa 80 Tiere weniger als im Super-Storchenjahr 2011. Keibel will nach dem Sichten des Materials entscheiden, ob er den Film fertigstellt.
Rohtermundt freut sich, in diesem Jahr auch wieder einen beringten Storch anzutreffen. Nach Auskunft der Beringungszentrale Hiddensee war das Tier am 21. Juli 2002 in Alt Krüssow in der Prignitz mit einem Ring versehen worden. "Nach 3 664 Tagen wurde er bei uns in Falkenthal, 75 Kilometer vom Beringungsort entfernt, erstmals abgelesen."
Und noch ein freudiges Ereignis kann Rohtermundt berichten. "Vor drei Jahren gelang es Doris Wott, Hans-Ulli Gutt und meiner Frau, einen gerade ausgeflogenen Jungstorch einzufangen. Er saß verletzt auf der Straße", so der Falkenthaler. Das Tier wurde zur Naturschutzstation Woblitz und Paul Sömmer, dem Storchenbeauftragten der Region, gebracht, medizinisch versorgt und ebenfalls beringt. Als der Sommer sich dem Ende neigte, wurde das Tier zu den abflugbereiten Störchen hinzugesetzt. Wenn auch schon 2011 wurde er nun im Barnim quicklebendig wiederentdeckt. "Es ist schön, dass das Auflesen von Findelkindern von Erfolg gekrönt sein kann", so Rohtermundt. Er will sich außerdem bei all jenen bedanken, die ihm Fotos geschickt haben, darunter Judy Kube und Michael Pawletta. Mit Hilfe der Grünen Liga konnten 2012 zudem neue Storchenschilder angebracht werden, die Erklärungen für Touristen und Gäste liefern.
"Die Tiere ähneln wirklich in vielerlei Hinsicht den Menschen. Es gibt Männchen, die zusammen leben in einem Nest oder auch in Dreier-Beziehungen", beschreibt der ehrenamtliche Storchenkenner aus Falkenthal. Rohtermundt hat sich unter anderem dabei verdient gemacht, seit Mitte der 90er-Jahre alte Masten mit Hilfe des örtlichen Energieversorgers aufstellen zu lassen. Darauf leben die Störche bis heute - wenn sie hoffentlich zahlreich im nächsten Jahr aus dem Süden wiederkommen.