Die Auseinandersetzungen um eine künftige B-96-Ortsumfahrung für Fürstenberg werden unvermindert fortgesetzt. Zwar gibt es seit sieben Jahren einen städtischen Beschluss, wonach die Kommune die Westumfahrung befürwortet, wenngleich sie weniger Einfluss als erwartet auf die Entscheidung des Bundes als Bauherrn haben dürfte – ebenso wie andere Interessenten.
Mehrere Aktive von Bürgerinitiativen (BI) wollen der von ihnen favorisierten Option aber mehr politische Geltung verschaffen. Zumal der Bund demnächst seine Festlegung treffen will.
Ende Juni hatten Vertreter des Landesbetriebs Straßenwesen in der Fürstenberger Mehrzweckhalle mehrere Trassenvarianten der geplanten Ortsumgehung des B 96-Ausbaus vorgestellt eine Westvariante und innenstadtnahe Stadtdurchfahrten westlich der DB-Bahngleistrasse. „Jede der vorgestellten Planungsvarianten bedeutet den Tod für die traditionelle Kur- und Tourismusstadt Fürstenberg“, zeigen sich die Fürstenberger Winfried Pagel und Margit Hirsch überzeugt.

Tunnel-Lösung als Option auf B 96

„Da sich weder Stadtverordnete noch Bürgermeister in der Pflicht sehen, die Tragödie abzuwenden, engagiert sich seit 2017 ein Bürgerbegehren unter Leitung von Margit Hirsch und Winfried Pagel mit inzwischen fünf Briefkasten-Einwurf-Aktionen gegen den Bau von sowohl Westvariante als auch (oberirdischer) Stadtdurchfahrt“. Mittlerweile hätten sich 737 Unterstützer gefunden.
Worum geht es aber bei dem Bürgerbegehren? „Das Bürgerbegehren richtet sich gegen den Ausschluss von 34 Trassenvarianten von der vertiefenden Variantenuntersuchung durch den Landesbetrieb Straßenwesen“, erklärten die Initiatoren bereits vor zwei Jahren in Anspielung auf erste Diskussionen bei der öffentlichen Sitzung zum Thema Anfang April 2018 im Rathaus Fürstenberg. Varianten, die somit dem Bundesministerium nicht zur Entscheidungsfindung vorgelegt worden seien, wurde bemängelt. Darunter seien auch Varianten zur östlichen Umfahrung der Stadt und Tunnel-Lösungen.

Natur würde gefährdet

Aktuell heißt es von den Bürgerbegehren-Aktivisten: „Das Bürgerbegehren fordert, dass die Stadt Fürstenberg rechtlich in den Stand von vor 1945 und vor der Zeit als sowjetische Militärgarnison gehoben wird und den Titel Staatlich anerkannter Luftkurort erhält.“ Käme die Westvariante, verlöre die Kommune die Stadt ihr wichtigstes Gut, „das westliche Kurgebiet Richtung Peetschsee und Stechlinsee“. Der Widerstand gegen die Westumfahrung – am Rand des Naturschutzgebietes Stechlin und mitten durch den Naturpark Stechlin-Ruppiner Land führend, steht nach Überzeugung der Aktivisten auf stabilem rechtlichem Fundament.