Durch das kleine Dorf Glambeck muss der Verkehr langsam rollen. Seit Jahren schon. Die Einheimischen wissen, dass auf den Straßen der 120-Seelen-Gemeinde nur Tempo 30 gilt. Bloß der Durchgangsverkehr will das offensichtlich nicht so richtig wahrhaben. Das ist jedenfalls die Erfahrung der Glambecker.
Im Sommer bastelten sie einige bunte Figuren mit einem Tempo-30-Hinweis, die sie an den Straßenrand zum Beispiel an der Bushaltestelle aufstellten. Viel brachte es nicht.

Raserei wurde aufgezeichnet

Jetzt haben sie die Raserei schwarz auf weiß dokumentiert. Denn im Juni wurde an den beiden Ortseingängen für einen Monat je eine Geschwindigkeitstafel aufgestellt. Dort konnte jeder Autofahrer sofort sehen, wie schnell er unterwegs war. Gleichzeitig wurden diese Daten gesammelt. „Wir haben die Daten dann ausgewertet“, sagt Ortsvorsteherin Hilde Peltzer-Blase. Das Ergebnis war alles andere als zufriedenstellend. „Die Durchschnittsgeschwindigkeit lag bei über 50 Stundenkilometern“, so die Ortsvorsteherin.
Viel zu schnell, das fand auch die zuständige Gemeinde Löwenberger Land. Also sollten zusätzliche Hinweise her. Auf der Herbstsitzung des Ortsbeirats von Glambeck und nach einer Befragung der Einwohner entschied sich der Ort gegen bremsende Pflasterkissen auf der Straße und für zwei nun fest installierte Geschwindigkeitsanzeigen.

Nächster Schritt im Frühjahr

„Das ging dann alles ganz flott“, sagt Hilde Peltzer-Blase. Seit einer Woche stehen die Tafeln. Erstes Ergebnis: „Wir haben gemerkt: Viele treten auf die Bremse. Doch der Berufsverkehr in der Frühe stört sich nicht daran.“ Im Januar sollen die ersten aufgezeichneten Daten der neuen Tafel ausgewertet werden. „Ich bin gespannt“, sagt die Ortsvorsteherin. Aber schon jetzt ist klar, dass es im Frühjahr noch zusätzliche Verkehrshinweise auf das Tempolimit innerhalb Glambecks geben wird. Dann soll an den beiden Dorfeingängen einer große 30 in einem roten Kreis auf die Straße gemalt werden. Pelzter-Blase: „Dann kann eigentlich niemand mehr übersehen, wie schnell er hier fahren darf.“

Velten Vorreiter bei Dialogdisplays


Etliche Kommunen in Brandenburg haben an kritischen Stellen oder im Durchgangsverkehr inzwischen eine Geschwindigkeitsanzeige (zum Beispiel als Dialogdisplay mit Smiley) installiert.

„Die Autofahrer reduzieren in der Regel ihr Tempo“, sagt Jörg Vogelsänger, Präsident der Brandenburger Verkehrswacht.

In Velten stehen seit Jahren solche Anlagen an jeder der vielbefahrenen Einfahrtstraßen. „Die Stadt ist damit eine Vorreiterin in Brandenburg“, so der SPD-Landtagsabgeordnete aus Velten, Andreas Noack. Auch Oberkrämer hat bereits einige der digitalen Tafeln aufgestellt, die auf die Geschwindigkeiten hinweisen. Jetzt auch Glambeck.

„Wir würden uns freuen, wenn weitere Städte und Gemeinden in Oberhavel diese Möglichkeit nutzen“, so Noack. Unterstützung gebe es beim Innenministerium.

Seit dem Jahr 2015 wurden insgesamt Mittel in Höhe von 94.924 Euro für 32 Dialogdisplays in Brandenburg beantragt, bewilligt und ausgezahlt. Diese Zuwendungen sind Teil der Umsetzung des Verkehrssicherheitsprogrammes des Landes Brandenburg. Anträge seien auch 2021 möglich.