„Es muss erst etwas passieren, damit etwas passiert“, kritisiert Zabelsdorfs Ortsvorsteher Emil Beuth die Entscheidung der Straßenverkehrsbehörde, kein Tempolimit vor der Alten Mühle auf der Kreisstraße zwischen Zabelsdorf und Marienthal anzuordnen. Der Ortsbeirat hatte sich dort für Tempo 80 ausgesprochen, weil die Alte Mühle neu belebt worden ist und dort künftig deutlich mehr Besucher einkehren werden als in den Jahren zuvor.

Langgezogene Kurve lädt zum Rasen ein

Gerade für Fahrzeuge, die nicht selten mit mindestens Tempo 100 aus der langgezogenen Rechtskurve aus Marienthal kommend die Kreisstraße befahren, stellen nach Ansicht des Ortsbeirates eine große Gefahr dar. Für das Gremium unverständlich ist die Entscheidung gegen das Tempolimit auch noch aus einem anderen Grund: Auf der Bundesstraße 96 beispielsweise gelte in Margaretenhof Tempo 60. Dort gebe es eine vergleichbare Situation.

Woanders werden schon Ausnahmen gemacht

Und: Zwischen Zehdenick und Wesendorf gelte Tempo 70. Dort erschließe sich die Geschwindigkeitsbegrenzung für den Ortsunkundigen nur schwer. Vielleicht hänge das Tempolimit dort mit dem landwirtschaftlichen Betrieb am Ortseingang von Wesendorf zusammen. Vielleicht gebe es dort landwirtschaftlichen Verkehr, der eine Gefahr darstellen könnte, vermuten die Zabelsdorfer, die aufgrund dieser Beispiele nicht verstehen wollen, dass es ausgerechnet für ihr beantragtes Tempolimit keine Legitimation geben soll.

Ortsbeirat will sich nicht abwimmeln lassen

„Wir sollten uns deshalb nicht vom Kreis abwimmeln lassen“, so Beuth, der nun intervenieren will. Nach Möglichkeit sollte es auch einen Vor-Ort-Termin geben. „Das ist allemal besser als nur Google-Earth-Gucken“, vermutet der Ortschef, dass die Entscheidung gegen das Tempolimit womöglich am Grünen Tisch in Oranienburg getroffen wurde, in Unkenntnis der örtlichen Begebenheiten. Nach Ansicht der Straßenverkehrsbehörde stelle die Straße vor der Alten Mühle gegenwärtig kein Unfallschwerpunkt dar. „Wenn die Mühle erst einmal durchgehend für den Publikumsverkehr öffnen wird, dürfte es schwierig werden mit der Sicherheit“, ist sich der Ortsbeirat einig. Nicht nachvollziehbar sei die Argumentation der Straßenverkehrsbehörde, dass der Bereich vor der Alten Mühle gut einsehbar sei, zumindest aus einer Fahrtrichtung gelte das eben nicht bei den tatsächlich gefahrenen Geschwindigkeiten. Offiziell sind auf dem außerörtlichen Streckenabschnitt 100 Stundenkilometer erlaubt.