In der Stadt Fürstenberg und ihren Ortsteilen soll künftig eine Kastrationspflicht für alle freilaufenden Katzen gelten. Die Pflicht zum Kastrieren sollen aber nicht nur die Halter von freilaufenden Katzen haben, sondern auch Personen, die freilebenden Katzen regelmäßig Futter an bestimmten Stellen im Stadtgebiet anbieten. Von der allgemeinen Kastrationspflicht ausgenommen können Katzen bis zu einem Alter von fünf Monaten bleiben.

Antrag der Fraktion „Vielfalt“

Das sieht der Antrag der Stadtverordneten-Fraktion „Vielfalt“ vor, über den die Mitglieder des Sozialausschusses am Mittwoch, 16. September, ab 18.30 Uhr im Feuerwehrgebäude am Kreuzdamm zu beraten haben. Fraktionsmitglied David Röwer begründet den Antrag mit der Überforderung des Tierheims Tornow aufgrund vieler herrenloser Katzen. Darüber hinaus hat die Fraktion aber auch das Tierwohl im Auge: „Die Lebenserwartung dieser Tier ist aufgrund mangelnder menschlicher und medizinischer Betreuung und Versorgung sehr gering. Häufig auftretende Infektionskrankheiten, Verletzungen und Unterernährung führen zu einem großen Leid der Tier“, heißt es in der Begründung.

Im Interesse der Katzenhalter

Es sei aber auch im Interesse der privaten Katzenhalter, dass die eigenen Tiere nicht ungewollt trächtig werden. Krankheitsübertragungen und Verletzungen von Hauskatzen durch Revierkämpfe würden durch die Begrenzung wilder Populationen minimiert.
Neben der Kastrationspflicht soll es seitens der Stadt Fürstenberg zur Auflage gemacht werden, jede Katze spätestens zum Zeitpunkt der Kastration mittels Mikrochip von einem Tierarzt oder Tierärztin zu kennzeichnen und in einem Register erfassen zu lassen. Wer für die Kosten der Kastration und die Erfassung mittels Mikrochip aufkommt, wird in dem Verordnungsentwurf nicht geregelt. Allerdings wird mit einem Bußgeld von bis zu 2000 Euro gedroht, sollten Verstöße gegen die Verordnung festgestellt werden. Wer die Einhaltung der Kastrationspflicht überwacht, wird nicht mitgeteilt. Letztlich sind es dann wohl die Mitarbeiter des Ordnungsamtes, die sich auf die Lauer legen müssen.

Ausnahmen für Kastrationspflicht

Einige wenige Ausnahmen von der Kastrationspflicht sieht der Vorschlag der Fraktion „Vielfalt“ vor: „Für die Zucht von Katzen können auf Antrag Ausnahmen von der Kastrationspflicht genehmigt werden, sofern eine gezielte Verpaarung von bekannten Elterntieren erfolgt und die Kontrolle und Versorgung der Nachzucht glaubhaft versichert werden kann. Die Ausnahmegenehmigung kann befristet und unter Vorbehalt des Widerrufs erteilt sowie mit Bedingungen und Auflagen verbunden werden.“