Der Beschluss sei einstimmig gefallen, sagte Pfarrer Christian Albroscheit auf GZ-Nachfrage. Bereits vor sechs Jahren habe der Berliner, der sich oft in der Region aufhalte, Interesse an dem ortsbildprägenden Gebäude signalisiert. Differenzen mit einem zwischengeschalteten Immobilienmakler hatten das Geschäft damals aber nicht zustande kommen lassen.
Die Kirche des Fürstenberger Ortsteils will der Käufer künftig für private Zwecke nutzen. Zuvor sind noch umfangreiche Renovierungsarbeiten nötig. Die Bausubstanz des Gemäuers ist marode. Der Investor will laut Albroscheit nach Vertragsabschluss zügig mit der Instandsetzung beginnen. Für die Kirchengemeinde oder einen Förderverein sei dies finanziell nicht zu stemmen gewesen. Das sei mit ausschlaggebend gewesen, weshalb die Gemeinde sich für einen Verkauf entschied. Seit den 1970-er Jahren waren in der Kirche nur noch sporadisch Gottesdienste gefeiert worden. Im vergangenen Jahr hatte die kirchliche Bauaufsicht auch eine ausnahmsweise Nutzung aufgrund der gravierenden Baumängel untersagt.
Auf Glockengeläut zu Gottesdiensten im nahe gelegenen Pfarrhaus oder zum Jahreswechsel müssen die Tornower jedoch auch nach Abwicklung des Geschäfts nicht verzichten. Die Gemeinde will sich vertraglich das Recht einräumen lassen, auch künftig das Geläut erklingen lassen zu dürfen, kündigte Albroscheit an.
Wann es zur Unterzeichnung des Kaufvertrages kommen kann, ist derzeit allerdings noch ungewiss. Albroscheit rechnet damit, noch in diesem Jahr Vollzug melden zu können. Theoretisch könnte der Gemeindekirchenrat bei seiner Sitzung im Oktober schon grünes Licht dafür geben. Dies hänge nicht zuletzt jedoch davon ab, wie zügig die übergeordneten Behörden das Vertragswerk ausarbeiten. Das kirchliche Verwaltungsamt in Eberswalde ist gemeinsam mit der Kirchenaufsicht Berlin dafür verantwortlich. Über den Kaufpreis ist Stillschweigen vereinbart worden.