Familie Redmann ist eigentlich in Osnabrück beheimatet. Mit ihrem Caravan haben sich die Eheleute für ein paar Tage bei Familie Erz eingecheckt. Jetzt sitzt das Ehepaar am eigens aufgebauten Campingtisch und studiert Prospekte von Sehenswürdigkeiten der Umgebung.
Wildes Campen eine Sauerei
"Wir waren schon einmal vor einigen Jahren hier, sehr komfortabel der Stellplatz an der Marina Fürstenberg, den können wir jederzeit weiterempfehlen", betonen Herr und Frau Redmann unisono. Diesmal würden ihnen aber ganz schön die Knochen wehtun. Die beiden Ruheständler lächeln und zeigen hinter sich auf zwei Fahrräder. "Keine Elektroräder", betonen die beiden. Tags zuvor sei man in aller Seelenruhe zum Stechlinsee gefahren. "Aber ganz schön bergig das Gelände, da muss man echt strampeln", lächeln sie. Es sei die wunderschöne Natur in Nordbrandenburg und Mecklenburg, die es ihnen angetan habe. In Corona-Zeiten freilich sei alles mittlerweile überlaufen. Dass es Camper gebe, und sogar Nutzer von Caravan-Automobilen, die in geschützte Naturgebiete fahren und dort "ihre Zelte aufschlagen" sowie hinterher ihren Dreck liegenlassen, "das ist eine echte Schweinerei", betonen Redmanns.
Rasches Handeln unmöglich
Das findet auch der Stadtverordnete Raimund Aymanns. Im jüngsten Hauptausschuss des Parlamentes brachte er das Thema zur Sprache. Beispiel Peetschsee. "Es sollte dafür gesorgt werden, dass der Peetschsee aus der Werbung als schöner Urlaubsort mit Badestelle herausgenommen wird", schlug er vor. "Heerscharen von zumeist Berlinern fahren bis zum See vor und campen dort", ärgerte er sich. Andere würden mit dem Zug kommen und sich vom Bahnhof dreist mit einem Taxi bis zur Badestelle fahren lassen. Das Areal sei komplett überlaufen. Ilona Friedrich (CDU) pflichtete ihm bei. Dort werde gezeltet ohne Ende, und die Reste der Leute müssten dann Mitarbeiter der Kommune beseitigen. "Da müsste ein Ranger nach dem Rechten gucken und bei Bedarf für Ordnung sorgen", schlug die Vorsitzende des Stadtparlamentes vor. Bürgermeister Robert Philipp (parteilos) erwiderte, geplant sei, mit den Naturschützern vom Naturpark das Thema zu beraten. Andreas Intress warnte vor Schnellschüssen in dieser Frage. Bevor der Peetschsee nicht mehr beworben wird, sollte erst einmal die Meinung der Experten eingeholt werden, also des Vorstandes des Tourismusvereins.
Robert Philipp gab zu bedenken, dass es schwierig sein werde,  die Tourismusanbieter mitten in der Urlaubssaison nach ihrer Meinung zum Peetschsee zu befragen, um in dieser Sache etwa ein Werbeverbot durchzusetzen.
Thomas Burmann (CDU) hatte freilich schon im April auf ähnliche Situationen hingewiesen, wo mitten in  der Natur wild gecampt wurde – als die Campingplätze wegen Corona noch geschlossen waren.
Familie Schmelter kann die Verärgerung nachvollziehen. Extra aus der Pfalz, wo man an der Weinstraße wohne, sei man mit dem Wohnmobil nach Fürstenberg gefahren. Weil die Natur so wunderbar sei. Dass es Übeltäter gebe, die hier ihren Dreck in der Natur lassen, sei sehr ärgerlich.

Übernachten außerhalb von Campingplätzen


Jedes Bundesland hat eigene Naturschutz- und Waldgesetze, die Rechtsgrundlage ist relativ undurchsichtig. Generell ist Campen oder Zelten in Naturschutzgebieten verboten und auf Privatgrund nur mit Zustimmung des Eigentümers erlaubt. Dies betrifft beispielsweise auch Privatwälder.

Daneben gilt in Deutschland aber auch das Betretungsrecht: Das Recht auf Erholung in der freien Landschaft ist möglich – so auch das Übernachten, nicht aber das Campen, außer mit dem Zelt.

Möglich ist für Caravan-Camper maximal eine Übernachtung am Straßenrand zur "Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit". pilz