Unverhofft kommt oft: Vor einigen Tagen hatte die Chefin des Mildenberger „Freihafens“, Claudia Lange, das Gerücht gehört, dass individuelle Paddeltouren mit Mietbooten wieder möglich sein sollen. Erst wollte sie das nicht so recht glauben, zumal Charterbootunternehmen in der Region schon seit Wochen auf die Freigabe der Vermietung warten und auch weiter warten müssen, weil touristische Übernachtungen verboten sind.

Amtsarzt gibt grünes Licht

Sie habe sich dann an den Amtsarzt gewandt. „Der hat sich dann die Mühe gemacht und hat sich mit der Sache beschäftigt“, so Lange. Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Er habe die Freigabe zur Vermietung gegeben. Seit dem Wochenende können wieder Kajaks, Kanadier und Stand-up-Boards in Mildenberg gemietet werden.

So richtig rund läuft es noch nicht

Doch die Freude über die Freigabe bleibt getrübt. Denn der Verzehr von Speisen und Getränken ist vorerst bis zum 16. Mai auf dem Gelände verboten, selbstverständlich auch am Herrentag. „Das wird eine riesige Herausforderung für uns“, so Lange. Die Küche im Foodtruck bleibt trotzdem nicht kalt. Seit dem vergangenen Wochenende gibt es sogar ein neues Küchenteam. Der Niederländer Gijs Wiggers, ein professioneller Koch, der auch schon in der Spitzengastronomie tätig war, und sein Geschäftspartner Steffen Fellinghauer sind die neuen Pächter, die sich um das leibliche Wohl der „Freihafen“-Gäste in dieser Saison kümmern und von Leon Paulick unterstützt werden. Ihr Ansatz sei es, hochwertige regionale Lebensmittel zu verarbeiten. Vorerst können sie ihre Speisen aber nur „radikal to go“ anbieten. Soll heißen: Die Gäste erhalten einen Picknick-Beutel und müssen sich vom Ort entfernen.

Zelten bleibt vorerst verboten

Auch das Zelten ist zurzeit noch nicht möglich. Auf das beliebte Glamping will Claudia Lange in diesem Jahr ganz verzichten. Wer übernachten will, muss sein eigenes Zelt mitbringen, auch die zum „Freihafen“ gehörende Pension steht in dieser Saison nicht zur Verfügung. Sie wird umgebaut, weshalb während der Saison unter der Woche mit Baulärm zu rechnen ist. Mit den Bauarbeiten soll der Grundstein für die weitere Entwicklung gelegt werden. Der Frühstücksraum kann künftig für Seminare genutzt werden, womit sich der „Freihafen“ als Ganzjahresziel empfehlen möchte.

Schon jetzt zeichnet sich eine große Nachfrage ab

Für die bevorstehende Saison zeichnet sich erneut eine große Nachfrage ab. „Aber viele Leute sind mit Buchungen noch zurückhaltend, weil sie nicht wissen, ob sie Anzahlungen erstattet bekommen. Aber die Leute bekommen ihr Geld zurück“, verspricht die Chefin. In diesem Jahr gibt es sogar heißes Wasser auf dem Campingplatz. Auch ohne diesen Luxus erhielten Claudia Langer und ihr Team 2020 eine Auszeichnung: den „World-Travel-Award“ der Buchungsplattform booking.com.