Einsam und damit sehr coronagerecht hat sich Zehdenicks Bürgermeister Bert Kronenberg (parteilos) am Sonntagnachmittag in seinem Heimatort Klein-Mutz aufs Rad geschwungen und ist in das 14 Kilometer entfernte Burgwall geradelt. Er folgte dem Radfernweg Berlin-Kopenhagen durch die Zehdenicker Tonstichlandschaft.

Individuell unterwegs

Genau diese Route hatte auch der Landkreis Oberhavel für das individuelle Anradeln empfohlen, weil die geplante Sternfahrt zum traditionellen Anradeln im Landkreis wegen der Pandemie nicht stattfinden konnte. Unterwegs war allerdings nicht viel los. Vielen Radfahrern war es offenbar noch deutlich zu kalt und auch noch etwas zu windig.

Gastwirtin gibt dem Stadtoberhaupt wichtige Hinweise

Am Gasthaus „Zur Fähre“ im Haveldorf Burgwall gab es dann eine Verabredung mit Ortsvorsteherin Christine Pasdzior und ihrem Sohn und Stellvertreter Gunther. Zu der lockeren Gesprächsrunde mit viel Abstand gesellte sich noch Gastwirtin Corinna Tartsch, die seit einem halben Jahr viel Zeit hat, mit dem Fahrrad die Umgebung ihres Heimatdorfes zu erkunden. Und dabei ist ihr natürlich einiges aufgefallen, um das sich der Bürgermeister mal kümmern sollte.

Dach der Schutzhütte ist undicht

Die vielen Wegweiser in der Umgebung müssten mal wieder vom Grünspan befreit werden. Das Dach der Schutzhütte am Radfernweg in Burgwall sei undicht, stellte das frühere Ortsbeiratsmitglied fest. Außerdem müsste der Radfernweg zwischen Zehdenick und Burgwall an einigen Stellen dringend geglättet werden, Wurzeln haben den Asphalt nach oben gedrückt. Unangenehm sei das für Radtouristen, die mit viel Gepäck unterwegs seien, denn die würden ordentlich durchgeschüttelt. Der Bürgermeister nahm die Hinweise wohlwollend mit.

Burgwaller wünschen sich hübsch gestaltete Buswendeschleife

Doch damit nicht genug: Analog zu der Tonlorenlok, die kürzlich in Zabelsdorf aufgestellt wurde, könnten sich die Burgwaller eine ansehnliche Gestaltung der Grünfläche an ihrer Buswendeschleife am Ortseingang vorstellen. Weil Burgwall weithin als Schifferdorf bekannt sei, sollte die Gestaltung etwas mit der Historie des Dorfes zu tun haben. Ein „oller Kahn“ tue es auch schon, der hübsch bepflanzt werden könnte, gaben Christine Pasdzior und Corinna Tartsch dem Stadtoberhaupt mit auf den Weg. Krönen ließ sich der Kahn mit einem aus Holz geschnitzten Schiffer oder Angler.

Einheimische warnen vor Waldweg nach Vogelsang

Für die Heimfahrt nutzte Kronenberg allerdings nicht die vom Landkreis Oberhavel empfohlene Route durch den Wald in Richtung Vogelsang und von dort aus zurück nach Zehdenick, sondern wählte den gleichen Weg, den er zuvor aus Richtung  Klein-Mutz gefahren war. Denn Einheimische berichteten in Burgwall, dass der Waldweg in einem schlechten Zustand sei und keineswegs zum Radeln geeignet ist. Diesen Eindruck hatte Kronenberg auch, als er vor längerer Zeit dort lang gefahren war. Selbst für einen geübten Radfahrer wie ihn, der eigentlich an zwölf Monaten im Jahr mit dem Rad unterwegs ist, sei das Fahren dort keine Freude.