Demnach wurden vom Seeadler wie im Vorjahr sieben Brutpaare gezählt. Nicht alle hatten Erfolg mit der Aufzucht. Doch sieben Jungtiere wurden flügge. Zwei bis drei Paare würde das Gebiet noch hergeben. Doch könne der Mensch nicht unterstützend eingreifen, etwa mit künstlichen Horsten. Diese nehmen die Tiere nicht an.
Erneut zwölf Jungtiere zogen Wanderfalken im etwa 68 500 Hektar umfassenden Naturpark groß. Ein zwiespältiges Bild ergebe sich dagegen bei der Betrachtung der Fischadler. Ihre Zahl steigt zwar, von 17 auf 20 Brutpaare mit  38 statt 32 großgezogenen Jungtieren, doch "meine Kollegen sagen, dem Fischadler geht es nicht gut. Es könnten mehr von ihnen brüten", so Franck. Das liege an seiner eingeschränkten Standortwahl, was Nistplätze angeht. Die Tiere bevorzugen alleinstehende Bäume oder solche, meist sehr alte Gewächse, die alle anderen in der Umgebung überragen. Davon gebe es immer weniger. Strommasten seien hier eine Alternative, die zudem den Vorteil biete, dass die Naturschützer so wissen, wo die Tiere brüten.
Vom Schwarzstorch und dem vom Aussterben bedrohten Schreiadler wurde je ein Paar mit Bruterfolg gezählt. Vom Adler sogar erstmalig.
Die Naturparkverwaltung ist indes dabei, für Interessierte eine Übersichtstafel zur Verbreitung von Greifvögeln im Naturpark zu erarbeiten. Vorgesehene Standorte dafür befinden sich südlich des Kapellensees bei Luhme sowie an den Zippelsförder Fischteichen.
Eine umfangreiche Aufstellung zur Reproduktion großer Greifvögel im Naturpark zu erstellen, das nahm Robert Franck im vergangenen Jahr erstmals in Angriff. "Ein guter Start war das", resümiert der ehrenamtliche Horstbetreuer. Etwas professioneller sei die Neuauflage in diesem Jahr nun geworden. Etwas unterscheidet die Auflistung dennoch etwa von Statistiken, die in anderen Großschutzgebieten wie etwa dem Müritz-Nationalpark veröffentlicht werden. Angaben zu den Brutplätzen der einzelnen Paare finden sich nicht darin. "Es ist ein Unterschied, ob die Leute da eh nicht hinkommen können oder in der Nähe Wege verlaufen. Nicht dass da Pilgerströme von Neugierigen hinziehen und die Tiere stören", begründet Franck dies.
Auf die Unterstützung interessierter Naturfreunde zählen er und seine Mitstreiter dennoch. "Ich würde mich freuen, wenn von Leuten, die mit dem Fotoapparat in der Natur unterwegs sind, Vögel fotografiert werden, die beringt sind", so Franck. Lasse sich nämlich die Beschriftung der Farbmarkierung auf den Bildern entziffern, helfe das den Naturschützern sehr, gewinnen sie dadurch doch Erkenntnisse etwa über das Alter und das Zugverhalten des Tieres. Meldungen können an den Naturpark, die Naturwacht oder an ihn persönlich erfolgen, so Franck. Dies gelte auch bei aufgefundenen toten Vögeln, die markiert sind.
Apropos Tod. Gefährdet seien die untersuchten Vogelarten nicht nur durch schwindenden Lebensraum oder Umweltgifte. Einige Arten verspeisen ihre Nahrung vor Ort, was mitunter eine Todesgefahr darstellt, wenn die Aasfresser ein totes Kaninchen auf Bahngleisen oder einer Straße entdecken. Von Windrädern geschredderte Vögel seien im Naturpark jedoch kein nennenswertes Problem, was vor allem am – bis auf Ausnahmen – Fehlen von Windrädern liege. "Diese Anlagen sind auch nicht per se gefährlich", so Franck. Es komme auf die Wege an, die das Tier zurücklegen muss, etwa um vom Horst zu seiner Nahrung zu kommen.
Manchen Vögeln droht sogar Ungemach aus der eigenen Familie. So trete bei Schreiadlern das Phänomen des Kainismus auf. Wie in der biblischen Geschichte töte das erstgeborene das jüngere Tier. Nach einigen Wochen legt sich dieser Trieb aber. So dass bei rechtzeitiger Trennung und zwischenzeitlicher menschlicher Aufzucht, das jüngere Tier wieder ins Nest gesetzt werden kann.