Habe die mittlere Sichttiefe des Klarwassersees im Jahr 2000 noch fast elf Meter betragen, habe sie 2019 bei weniger als sieben Meter gelegen. Eine Messung Anfang Februar ergab gar nur einen Wert von 3,50 Meter. Dies sei nicht zuletzt deshalb ungewöhnlich, weil besonders niedrige Werte normalerweise im Sommer gemessen werden. Phytoplankton und Cyanobakterien, sprich Blaualgen, tragen zu der Trübung bei. Ursächlich sei eine Zunahme der Nährstoffe im See, vor allem Phosphor. Damit einher gehe eine Abnahme des Sauerstoffgehalts. Insgesamt sei dies ein Teufelskreis, so Gessner. Was diese Entwicklung angestoßen habe, darüber rätseln die Experten aber noch. Fest stehe, so der Experte weiter, es gebe keinerlei Hinweise, dass sich die Entwicklung verlangsame oder stagniere. Der See sei dabei, sich zu einem eutrophen, also nährstoffreichen Gewässer zu entwickeln.
Gegenmaßnahmen seien kostspielig. Zudem müssten weitere Daten gesammelt werden, etwa über Grundwasserströme im Einzugsgebiet des Stechlins. Diese seien bislang nicht gut beschrieben.