Michael Adebahr spaziert zwar weniger. Kommt bei seinen Streifzügen aber weit herum – als leidenschaftlicher Langstreckenläufer.  In dieser Eigenschaft legt er selbstverständlich wie seine Mitstreiter Wert auf eine intakte Natur.  Am Radfernweg Berlin-Kopenhagen aber, zumal zwischen Steinförder und Rheinsberger Straße, haben sich erneut dreiste Umweltsünder ausgetobt. Wie Adebahr berichtet, entdeckte er vergangene Woche bei einem seiner Läufe einen gigantischen Haufen Müll. Nicht zum ersten Mal. "Eine riesige Umweltsau hat da gewütet", ärgert sich der Fürstenberger Freizeitsportler. Aber es gibt möglicherweise diesmal sogar einen Hoffnungsschimmer: In dem Misthaufen befand sich Adebahr zufolge eine alte VHS Kassette – beschriftet – vielleicht gebe es da eine Möglichkeit, mit dem entsprechenden kriminalistischen Spürsinn den Verursacher ausfindig zu machen und zur Kasse zu bitten, meint der Fürstenberger. Das Ordnungsamt der Wasserstadt habe er bereits über seinen Fund verständigt.
Undine Wunderlich, die Leiterin der Fachbehörde im Fürstenberger Rathaus, bestätigte das – auch, dass es zu einer Anzeige gekommen sei.
Der Gang der Dinge sei aber wie üblich, dass erst einmal der Grundstücksbesitzer ausfindig gemacht werden muss. "Das tun wir gerade, wir ermitteln, auf wessen Grundstück der Müll liegt", erläutert Undine Wunderlich. Und dann? Der Eigentümer des Grundstückes werde dann aufgefordert, den Müll zu entsorgen. Das kann sowohl ein Privater, die Landesforst oder auch die Kommune sein. "Wir haben da aber noch kein Ergebnis", betont die Leiterin des Fachbereichs.
Ob der Besitzer der VHS-Kassette ausfindig gemacht werden kann, darauf wollte sich Wunderlich noch nicht festlegen. Fakt sei, dass die Polizei oder gar die Staatsanwaltschaft mit Ermittlungen in solch einem Sachverhalt nicht beauftragt werden kann. "Es handelt sich immer noch um eine Bagatelle, die ordnungsrechtlich  geahndet werden sollte", erläutert die Expertin. Wobei die Bußgelder für den Verursacher auch in solchen kleineren Fällen, sehr erheblich ausfallen könnten.
Nicht nur für Michael Adebahr ein schwacher Trost. Zumal er und seine Mitstreiter regelmäßig selber für Ordnung sorgen. Am Peetschsee etwa entdecken die Läufer regelmäßig eine Menge leere Flaschen. Weil dies aus seiner Sicht einfach unerträglich ist, nehme er regelmäßig in jede Hand eine Flasche, und laufe derartig bewaffnet zurück nach Hause. Was sicher merkwürdig aussehe, aber einen guten Zweck erfüllt. "Anders verhält es sich da mit Pfandflaschen, die ich entdecke, aber weil ich volle Hände habe, nicht mitnehme." Die würden in der Wildnis nicht lange liegenbleiben und werden von Unbekannten sofort mitgenommen, weiß der Fürstenberger nur zu gut.

Haltbarkeitvon Müll im Wald


Experten der Forstbehörden haben errechnet, wie lange sich Müll im Wald hält, bis er vergangen ist. Bonbonpapier zum Beispiel benötigt  80 Jahre. Ein einfaches Papiertaschentuch kann sich je nach Witterung bis zu fünf Jahren halten. Selbst ein Apfel-Kerngehäuse benötigt zwei Monate.

Schlimm wird es bei Kaffebechern (50 Jahre) und Batterien (100 Jahre). Windeln halten sich 450 Jahre und Autoreifen 2 000 Jahre. Styropor sogar 6 000 Jahre. pilz