Hintergrund ist die Feststellung, die der Verein trifft, dass fast drei Jahrzehnte „nachdem die Bürger der DDR für politische Rechte und mehr Wohlstand auf der Straße waren“, „die Ostdeutschen wieder ins Gerede gekommen“ seien. Gemeint sein dürfte ein vielerorts konstatierter Fremdenhass.
Doch wer sind die Ostdeutschen von heute wirklich? fragt der Verein in seiner Ankündigung.  „Migranten in einem größeren Westdeutschland? Die Zurückgebliebenen der Auswanderungswelle der 1990er Jahre? Oder die reaktionäre Avantgarde des Post-Kommunismus in einer neoliberalen Welt?“ Kurzum, sublimieren die Veranstalter: „Wer ist das Volk heute?“
Profunden Sachverstand hat sich der Verein „Neuland gewinnen“ für die Veranstaltung zu Rate gezogen: Die Wissenschaftlerin Naika Foroutan diskutiert mit Neulandgewinnerinnen, Neulandgewinnern und „weiteren engagierten Menschen in Ostdeutschland über das Fremdsein und ihren Einsatz für eine bessere Gesellschaft“, heißt es in der Einladung.
Naika Foroutan wurde 1971 in Boppard (Rheinland-Pfalz) als Tochter einer deutschen Mutter und eines iranischen Vaters geboren. Sie ist Professorin für Integrationsforschung und Gesellschaftspolitik der HU Berlin sowie Direktorin des „Berliner Instituts für empirische Integrations- und Migrationsforschung“ (BIM). Im Juni 2015 wurde sie von der Humboldt-Universität zur Professorin für „Integrationsforschung und Gesellschaftspolitik“ berufen. Darüber hinaus ist sie Schriftführerin im fünfköpfigen Vorstand des deutschen „Rats für Migration“; seit 2017 zudem Leiterin des „Deutschen Zentrums für Integrations- und Migrationsforschung“ (DeZIM).
Foroutan forscht und lehrt unter anderem zu Migration und Integration sowie Identität und Hybridität, erläutert der Verein „Neuland gewinnen“ in seiner Ankündigung.
Moderiert wird die Podiumsdiskussion von Daniel Schulz. Er ist Redakteur der „Tageszeitung“. Dort arbeitete Schulz unter anderem für die Ressorts Inland und Wochenende, und er leitete das Gesellschaftsressort „taz2/medien“. Heute führt er zusammen mit Sabine Seifert das Ressort für Reportage und Recherche. Organisiert wird die Veranstaltung in Kooperation mit dem Neulandgewinner-Projekt „HEIMATschule Menz“ von Mario Ledderhose. Geboren wurde die Idee vor gut drei Jahren, als Menz den 725. Geburtstag feierte.