Druck macht die Bürger- und Wählerinitiative Pro Fürstenberg, um das Projekt Sportcamp des SV Fürstenberg mit intensiver städtischer Unterstützung zu verwirklichen. Der Hauptausschuss des Fürstenberger Stadtparlaments beschloss am Donnerstagabend, die Verwaltung solle das Vorhaben, ebenso wie die Neugestaltung der Aufenthaltsräume des Jugendklubs Treff ’92 auf der Festwiese, im Rahmen eines neuen Bundesprogramms fristgerecht bis Ende Oktober anmelden.

Sport, Jugend, Kultur

Um möglicherweise in den Genuss von Fördermitteln zu kommen, die Rede ist von 55 Prozent. Das Bundesprogramm nennt sich „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“.
Weil Ausschussmitglieder Bedenken äußerten, wurde nach längerer Diskussion ein Passus in den Beschlusstext aufgenommen: nämlich dass die Förderanträge, falls sich das als notwendig erweist, zurückgezogen werden können. Etwa im Falle einer derzeit nicht zu überschauenden Kostensteigerung bei der Realisierung des Sportcamps. Für das Vorhaben steht noch die vom Parlament beschlossene gründliche Vorplanung in Höhe von rund 30.000 Euro aus. Exakte Daten, die für die Finanzierung notwendig sind, liegen daher noch nicht vor.

500.000 Euro inklusive Förderung

Zurzeit rechnen die Stadtverordneten mit einer Finanzierung in Höhe von 500.000 Euro (inklusive Förderung). Ein Haushaltsposten dafür ist allerdings mit einem Sperrvermerk versehen.
Zu Beginn der Aussprache über das Sportcamp-Projekt hatte Dr. Ralf Lunkenheimer in seiner Eigenschaft als Vertreter der Stadtverwaltung erklärt, das Rathaus werde ausführlich und schriftlich bis zur nächsten Stadtverordnetensitzung eine Anfrage zum Camp-Projekt von Pro Fürstenberg beantworten. Drei wesentliche Punkte wolle er aber sofort mitteilen. So sei nun erst einmal aus Sicht der Stadtverwaltung zu klären, ob es einer neuen Ausschreibung zur Planung des Camps bedarf. Zu diesem Zweck werde man mit Vertretern des Sportvereins den aktuellen Bedarf klären, um eine klare Aufgabenstellung für den Planer zu formulieren.

Kowobe vorrangig Gebäudemanager

Förderanträge bedürften nach Überzeugung der Stadtverwaltung einer komplexen, belastbaren Planung. Drittens sehe sich der Kommunale Wohnungswirtschaftsbetrieb (Kowobe) nicht in der Lage, das Sport- und Trainingscamp zu betreiben. Aufgabenstellung des Kowobe sei das Gebäudemanagement, außerdem im Hinblick auf Vermietung von Wohnungen und Gewerberäumen ein grundsätzlich anderes Belegungsmanagement als bei einem Beherbergungsbetrieb, wie einem Hotel oder einer Pension.
Dort gehe es nicht zuletzt um Reinigung, Wäschedienst, das Vorhalten einer Kantine womöglich. Dies könnten die Mitarbeiter des Kowobe nicht leisten, da sie sich eigentlich vorrangig um Immobilien zu kümmern haben, erklärte Lunkenheimer, der auch Werkleiter des Kowobe ist. Er wiederholte den Vorschlag, den die Stadtverwaltung schon vor Monaten machte, der Sportverein möge sich in Bezug auf die Betreiberschaft mit der Jugendherberge Ravensbrück des Deutschen Jugendherbergswerks in Verbindung setzen.

Regionale Bedeutung für Förderung wichtig

Raimund Aymanns, Vorsitzender des Ausschusses und Mitglied von Pro Fürstenberg, erwiderte: „Sie sagen immer nur, was nicht geht.“ Vielmehr sollte die Stadtverwaltung die Initiative ergreifen und das neue Programm des Bundes zur Sanierung kommunaler Einrichtungen im Sport-, Jugend und Kulturbereich als Grundlage des Handelns nehmen.
Philipp Berg (Fraktion Vielfalt) kritisierte den Vorschlag. Man wisse doch noch gar nicht, was für Kosten auf die Kommune zukommen. Derzeit rechne man mit 500.000 Euro, und das unter Vorbehalt. Wie könne man in dieser Situation bereits einen Förderantrag stellen?
Das zur Debatte stehende Bundesprogramm hat ein Volumen von 600 Millionen Euro. Investive Projekte mit „besonderer regionaler und überregionaler Bedeutung und mit sehr hoher Qualität im Hinblick auf ihre Wirkungen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und soziale Integration in der Kommune“ sollen unterstützt werden. Kommunen in Notlage bekommen eine 90 prozentige Förderung, der Rest ist Nutznießer einer Quote von 55 Prozent.