Zäher, langwieriger Prozess
Vertreter von Unternehmen, die mit Konversion zu tun haben, der Stadt Fürstenberg, und von Fokus, dem interkommunalen Netzwerk für Konversion im Land Brandenburg, trafen sich.
Anlass war gleichsam eine Vernissage, die Eröffnung der Wanderausstellung "25 Jahre Truppenabzug", die Fokus vergangenes Jahr beauftragte und nun für einige Wochen im Rathaus Fürstenberg zu sehen sein wird. Vornehmlich handelt es sich um sogenannte Roll Ups, also Aufsteller, die plakativ und informativ das Thema abhandeln. Freilich in abgespeckter Version: Lediglich acht von 25 Roll Ups können in Fürstenbergs Rathaus besichtigt werden – wegen der Corona-Pandemie und den damit einhergehenden Einschränkungen, wie Markus Hennen erklärte. Er arbeitet in der Arbeitsgemeinschaft Konver der Bruckbauer & Hennen GmbH und organisierte im Wesentlichen den diesjährigen Konversionssommer des Landes. Der Rest der Ausstellung kann aber in handlicher A3-Kopie in Augenschein genommen werden.
Fürstenbergs Bürgermeister Robert Philipp (parteilos) begrüßte die Gäste der Veranstaltung – den Pandemie-Umständen geschuldet – an ungewöhnlichem Ort: auf dem Wasserwanderrastplatz hinter dem Service-Center der Kommune, dem Haus am Markt 5. Philipp erinnerte sich an die Zeit vor rund 26 Jahren, als "Oberst Burlakow" verabschiedet wurde und mit ihm tausende Soldaten. Seinerzeit habe er als Mitarbeiter der städtischen Verwaltung unter anderem mit Raimund Aymanns, damals Amtsdirektor der Wasserstadt und umliegender Gemeinden, die verlassenen Areale besichtigt. Die Größe und der Umfang der Aufgaben, die finanziellen Konsequenzen daraus, seien nur zu erahnen gewesen. Inzwischen aber habe sich vieles gewandelt und sei viel bewältigt worden bei der Konversion, betonte der Bürgermeister. Rund 15 Millionen Euro konnte Fürstenberg im Bereich der Konversion investieren, nicht zuletzt dank Zuwendungen der EU.
Markus Hennen räumte ein, im gesamten Land sei sehr viel Konversion gemeistert worden, "aber es muss tatsächlich noch viel passieren", sagte er.  Eine große Zahl von Liegenschaften sei noch belastet von Munition. Beispiel Freie Heide in Ostprignitz. Der Bund hatte 2011 einen Zuschuss für eine bis 2024 andauernde Munitionsberäumung, vor allem Streubomben, in der Freien Heide gewährt. Immerhin 80 Millionen Euro stehen zur Verfügung. Wenn das Programm ausläuft seien nach Überzeugung der beauftragten Firmen erst drei Prozent der Flächen von Bomben beräumt.
Hennen nannte ein anderes Beispiel: So gebe es in Bernau neben einem neuen Wohngebiet auf einer früheren Kasernenfläche einen Feuerlöschteich, den Teufelspfuhl. Dort werden seit langem tonnenweise giftige Chemikalien aus dem See geholt. Kostspielig und lebensgefährlich. "Und in Prenzlau bekommt man keinen Spaten in die Erde, ohne auf alte Munition zu stoßen", merkte der Experte an. Zwei Problemflächen besichtigten die Gäste danach: eine Fläche am Gewerbegebiet Lychener Chaussee und den Campingplatz "Wilde Heimat".

Konversionssommer 2020 in Brandenburg


Neben Fürstenberg befindet sich ein weiterer herausragender Standort des sowjetischen Militärs in der Region: Vogelsang. Dort wird am 5. September eine weitere Veranstaltung des Konversionssommers stattfinden.

Am Ortsausgang von Vogelsang findet um 10 Uhr die feierliche Übergabe der Informationstafel zur Geschichte der Garnison Vogelsang statt. Sie wurde überarbeitet. Sowohl um 10 als auch um 13 Uhr findet eine Führung durch Kaserne und Raketenlager statt.

Die Wanderausstellung kann dienstags von 9 bis 12 Uhr und  donnerstags von 9 bis 12 und 13.30 bis 17.30 Uhr besichtigt werden. Sowie freitags von 9 bis 12 Uhr. pilz