Schon gar nicht in Fürstenberg. Nach wie vor vertrete auch der Arbeitskreis die feste Überzeugung, der unzumutbare Autoverkehr, zumal der Schwerlastverkehr, müsse aus der Stadt heraus.
Nur gebe es aber einen konventionellen Ansatz bei den Landesplanern, wie man beispielsweise die vielbefahrene Bundesstraße zwischen Fürstenberg und Neubrandenburg auf künftige Herausforderungen einstellt – ebenso wie es die seit 2004 feststehende Überzeugung gebe, die damalige Linienbestimmung der Fürstenberger Westvariante durch den Bund sei der Weisheit letzter Schluss.
Bestärkt fühlen sich die Protagonisten des Arbeitskreises in ihrer Haltung, es könne auch Alternativen geben, von Äußerungen der brandenburgischen Verkehrsministerin Kathrin Schneider (SPD), wonach nicht nur die Westvariante, sondern auch eine Entlastungsstraße westlich der Bahntrasse in Fürstenberg möglich sei.
Mit anderen Worten, die einstige Westvariante mit ihrer schädlichen Naturzerschneidung westlich des Röblinsees, sei nicht in Stein gemeißelt. Was sich nach den Worten von Hoffmann auch in der Arbeit des projektbegleitenden Arbeitskreises der B-96-Planung widerspiegele.
Mit Blick auf die Planung einer Modernisierung der Bundesstraße in Richtung Neubrandenburg sei festzustellen, „alles ist zu groß gedacht derzeit“. So laute auch die Hauptkritik an der Ausbauplanung, die das Bündnis formuliert.  Mitnichten sollte die Erneuerung dazu führen, „dass sämtlicher Verkehr, was sonst zu befürchten wäre, hier auf der B 96 entlangführt“, betont der Steinförder. Doch die Planer bevorzugten derzeit eine schnelle Nord-Südtrasse – eine zu große und einseitige Dimensionierung, die bereits der Chefplaner des Landesbetriebs, Edgar Gaffry, habe durchblicken lassen, als er im April in der Alten Reederei die geltende Rechtslage öffentlich erläuterte, wonach Tempo 100 zum Standard auf der Bundesstraße gehören sollte. „Aber das Bündnis sagt klar, wir brauchen keine zusätzliche Schnellstraße zwischen Berlin und der Ostsee“, erklärt Hoffmann. Zumal die Verbindung über die Autobahn 11 und 20 etwa eine halbe Stunde schneller sei zwischen Berlin und Stralsund.
Ärgerlich sei, dass der Ausbau der Bundesstraße im Norden in großem Maße neben der bisherigen Trasse als Neubau realisiert werden soll, „das ist eine Versiegelung riesigen Ausmaßes, die Natur verbraucht und unnötig ist“, warnt das Bündnis.
Kritikpunkte, die sich in der Auseinandersetzung um eine B-96-Umfahrung der Wasserstadt, wiederfinden. Dort gehe es zum Beispiel auch darum, dem Naturschutz und dem Tourismus Geltung zu verschaffen. Daher sei der Arbeitskreis der Überzeugung, möglich sei eine Trasse westlich der Bahnlinie. Die Piste wäre sogar kürzer, so dass Autofahrer weniger Zeit benötigen, selbst wenn die Höchstgeschwindigkeit nur 50 Stundenkilometer betragen würde. Wie sollte aus Sicht des Arbeitskreises die Auseinandersetzung um eine B-96-Umfahrung geführt werden? „Wir suchen den Dialog“, betont Hoffmann und erinnert an die Gespräche mit der Bürgerinitiative „B 96 – raus!“ zur Verkehrsberuhigung. Da habe es häufig Übereinstimmung gegeben.

Hintergrund


■  Das Aktionsbündnis „B -96-Ausbau – so nicht“ gründete sich am 19. Juni in Neubrandenburg.

■  Ihm gehören Neubrandenburger Verbände des Verkehrsclubs Deutschland, des Nabu, des BUND und der Bündnisgrünen sowie der Arbeitskreis Lebendiges Fürstenberg an.

■  Kritisiert wird, dass der B-96-Ausbau nur dem Transportgewerbe dient.

■  Das Bündnis fordert einen „maßvollen“ Ausbau. (pilz)