Die kombinierten Geh- und Radwege entlang von Bahnhofstraße und Klausdamm in Zehdenick sollen grundlegend saniert werden. Weil es dafür bis zu 90 Prozent Fördermittel aus dem Programm „Modernisierung Radwege“ gibt, will die Stadt die Gunst der Stunde nutzen und die straßenbegleitenden Rad- und Gehwege zwischen Postkreuzung und Bahnübergang optimieren.

Lückenschluss und Verbreiterung des Radweges am Klausdamm

So hat sich der Bauausschuss der Stadt bei seiner Sitzung in dieser Woche dafür ausgesprochen, den Weg auf der südlichen Seite bis zur Einmündung gegenüber dem Schwarzen Weg zu verlängern. Dazu müsste allerdings ein großer Baum gefällt werden. Auf der nördlichen Seite soll der sehr schmale Weg auf 2,50 Meter verbreitert werden.

Hochgedrückte Wurzeln machen das Radfahren gefährlich

Die Ausbaulängen auf beiden Straßenseiten betragen bei dem Gesamtvorhaben jeweils knapp ein Kilometer. Die Verwerfungen auf den Radwegen sind durch hochgedrückte Wurzeln mittlerweile so extrem, dass Radfahrer Angst haben müssen, aus dem Sattel gehoben zu werden. Die Sturzgefahr sei groß. Ob und wie viele Bäume entlang der Bahnhofstraße im Vorfeld gefällt werden müssen, ist unklar. Das bedürfe noch einer Untersuchung, hieß es.

Einzelne Bäume müssen gefällt werden

Der Abgeordnete Heiko Lenz (WG Schorfheide) fürchtet aber, dass es einige sein werden. Für diesen Fall seien Ersatzpflanzungen an gleicher Stelle geplant, führte Fachdienstleiter Jens Eggert aus. Dem Wunsch einzelner Abgeordneter nach einer Querungshilfe vor den Schranken stadteinwärts, erteilte der von der Stadt beauftragte Planer Frank Lipka aber eine Absage. Bei einer Querungshilfe in der Mitte der Fahrbahn müsse die Straße breit genug sein. Doch dafür reiche der Platz nicht. Um das Vorhaben zu realisieren, müsse die Stadt ein Planfeststellungsverfahren einleiten, um notfalls durch Enteignung entsprechende Flächen ankaufen zu können. Vorgesehen sei allerdings eine Querungshilfe am Abzweig Karlshof. Denn sollte der Radweg Richtung Gransee gebaut werden, dann auf der südlichen Straßenseite. Bislang reicht der Radweg bis zum Abzweig Karlshof, er verläuft allerdings auf der nördlichen Straßenseite.

Miserabler Zustand macht die Sanierung erforderlich

In erster Linie geht es bei der jetzt angedachten Sanierung vor allem darum, den „miserablen Zustand“ der Geh- und Radwege zu verbessern, sagte Eggert. Dabei drängt die Zeit ein wenig. Denn der Fördermittelantrag müsse bis Jahresende gestellt sein. Die endgültige Entscheidung über die Sanierung treffen die Stadtverordneten jedoch erst bei ihrer Sitzung Ende November. Bis dahin will die Verwaltung den Fördermittelantrag soweit vorbereitet haben, dass er pünktlich vor Einsendeschluss noch eingereicht werden kann. Es sei zwar zu erwarten, dass es ein Nachfolgeprogramm geben wird, darauf wolle sich die Verwaltung nicht verlassen und wisse auch nicht, ob die Förderquote ähnlich hoch sein werde wie jetzt, führte Eggert aus. Die Stadt kann nur deshalb auf die hohe Förderquote hoffen, weil sich die Rad- und Gehwege entlang von Bahnhofstraße und Klausdamm auf der Trasse des Fernradweges Berlin-Kopenhagen, des Havel-Radweges und des Radweges „Historische Stadtkerne“ befinden.

Ausbau entspricht nicht den heutigen Standards

Planer Lipka wies noch auf andere Schäden hin, die eine Sanierung notwendig machen würden. Obwohl die Geh- und Radwege im Zuge des Neubaus der Bahnhofstraße Anfang der 90er-Jahre gebaut wurden, sei der Verschleiß unübersehbar. Borde hätten sich gesenkt oder seien angehoben worden, weil der Betonunterbau in großen Teil fehlt. 80 Prozent der Flächen der beiden Geh- und Radwege seien geschädigt.
Zum Zeitraum, wann mit der Realisierung des Vorhabens zu rechnen ist, machte Jens Eggert vorsichtshalber keine klaren Aussagen. „Das ist ein schwieriges Thema“, hielt er sich bedeckt. Die Mitglieder des Bauausschusses sprachen sich trotzdem einstimmig für das Vorhaben aus.