Bevor der leidenschaftliche Sammler und renommierte Künstler Berger das Credo seiner Schau während der Vernissage erläuterte, erklang selbstverständlich erst einmal ein musikalisches Zirkus-Entree - nicht irgendeins: Nino Rotas Musik zu dem legendären Meisterwerk "Amarcord" von Frederico Fellini wurde eingespielt, zweifellos als Anspielung auf die Suggestionskraft, die dem Zirkus innewohnen kann, positiv wie negativ.
Fellini lässt in "Amarcord" die Absurditäten seiner Jugend im faschistischen Italien Revue passieren, auch in surrealen Momenten. Unheilschwangere Melancholie und absurder Witz verschmelzen in dem Oscar-gekrönten Film von 1973.
Viele der von Berger ausgestellten Kunstwerke spannen ebenso einen Bogen zwischen Clownerie und fast unmenschlicher Perfektion zirzensischer Darbietungen - getragen von einer ästhetischer Vielfalt, die den Betrachter nur noch sprachlos macht. Die Liste der Künstler, deren Werke der Sammler ausgewählt hat, liest sich wie ein "Who is Who" bekannter Maler und Grafiker. Neben dem Solitär Picasso finden sich Namen wie Harald Metzkes, Alfred Kubin, Hans Ticha, Gunter Schulz, Joachim John, Peter Thiele und viele andere.
Eine Lithographie stammt von Marcel Marceau. Nicht zuletzt zeigt aber auch Berger einen eigenen Linolschnitt - ironischer Titel: "Da kommen die doch nicht etwa schon wieder..."
Die Ausstellung "Bilder vom Zirkus (2)" kann bis 8. Oktober mittwochs, donnerstags und sonntags von 15 bis 18 Uhr betrachtet werden.