Mit einem finanziellen Paukenschlag endete die Versteigerung des überdimensionalen Lebkuchenhauses, veranstaltet vom Team des Landhauses Himmelpfort, am vergangenen Montag: 500 Euro erbrachte die kolossale Zuckervilla. Das teilte der Chef des Landhauses, Hans-Joachim Schwenke, erfreut mit.
Küchenchef Tom Schonig und sein Auszubildender hatten die Zeit des Corona-Lockdowns genutzt und ein riesiges Lebkuchenhaus gezaubert – immerhin vier Quadratmeter ist es groß, rund fünf Kilogramm Lebkuchen flossen in die Komposition, all das zusammengerührt nach dem Rezept von Tom Schonig.
Schnell einigte man sich, die „Villa aus Zucker“ zu versteigern und den Erlös der Bürgerstiftung Kulturerbe Himmelpfort zukommen zu lassen. Unter anderem damit soll die Restaurierung des historischen Brauhauses unterstützt werden, das vor zehn Jahren einem Brandstifter zum Opfer fiel.

Unter anderem 15 Kilo Puderzucker

Möglichst 2024 soll die aufwendige und teure Restaurierung beendet werden, dann feiert das Klosterdorf – im Advent zudem Weihnachtsort – den 725. Jahrestag seiner urkundlichen Ersterwähnung in kirchlichen Chroniken.
Das Bemerkenswerte der Konditor-Aktion: „An dem Haus haben Tom Schonig und unser Jungkoch Marc Rauhut insgesamt rund 100 Stunden gebaut“, merkt Hans-Joachim Schwenke an, Rechtsanwalt und Vorsitzender des Kuratoriums besagter Bürgerstiftung. Die Guinessbuch-verdächtige Rezeptur der Zuckervilla ist beeindruckend: Bestandteile seien Butter, Zucker, Mehl, Honig, Kakaopulver, Eier, Gewürzmischung und Vanillezucker. Die Klebemasse und einige Dekos (wie Eiszapfen und so weiter.) besteht aus 15 Kilogramm Puderzucker, 130 Eiklar und einem Liter Zitronensaft!
Ursprüngliche Absicht sei es gewesen, das Landhaus, malerisch am Haussee gelegen, auf diese originelle und verführerische Weise nachzubauen und es im Restaurant als Hingucker für die Weihnachtsgäste zu platzieren, erzählt Schwenke. „Da diese Idee auch Corona zum Opfer gefallen ist, haben wir uns überlegt, das Haus zu versteigern.“

Verein überlässt OHV-Klinik die Zuckervilla

Letztendlich wurde das Haus für 500 Euro von dem „Deutschen Ehrenamt e.V.“ mit Sitz in Herrsching am Ammersee (Bayern) ersteigert. Der Verein unterstützt nach eigenem Bekunden in erster Linie unter anderem „gemeinnützige Körperschaften und deren Organe, aber auch über eine Stiftung Kinderprojekte“, so etwa in Kooperation mit dem Klinikum Großhadern in München. „Da war es für mich ein Leichtes, den Vorstand des Vereins, Herrn Hans Hachinger, davon zu überzeugen, dass das Haus in Oranienburg gut aufgehoben ist.“
Gemeint sind die Oberhavel-Kliniken, denn nicht zuletzt der Weg nach Bayern in Zeiten des Lockdowns wäre zu aufwendig und gefährlich gewesen für das Landhaus-Team in Nordbrandenburg. Die Oberhavel-Kliniken in Oranienburg zeigten sich aufgeschlossen, was die Übernahme der „Villa aus Zucker“ angeht. „So haben wir eine win-win-win Situation erzeugt“, freut sich Hans-Joachim Schwenke, der sich am Montag mit Tom Schonig und Jungkoch Marc Rauhut auf den Weg in die Kreisstadt machte, um das überdimensionale Haus den Oberhavel-Kliniken zu überreichen. Dort werden nicht nur die kleinen Patienten inzwischen große Augen gemacht haben.
„Wir freuen uns sehr darüber, dieses Kunstwerk jetzt bei uns auf der Kinderstation zu haben und möchten uns dafür noch einmal ganz herzlich bedanken“, erklärte denn auch Dr. med. Lucia Wocko, Chefärztin der Abt. für Kinder- und Jugendmedizin der Klinik Oranienburg.