Fast auf den Tag genau Wort gehalten hat das Wasserstraßen-Neubauamt (WNA) in Berlin: Die von der Bundes-Behörde geleitete Sanierung der Schleuse Steinhavelmühle bei Fürstenberg geht saisonbedingt in die nächste Pause. Ab Mittwoch können zum Beispiel Sportbootfahrer den Durchlass wieder planmäßig passieren.
Rolf Dietrich, der Leiter des WNA, bekräftigt bei der Gelegenheit die Herangehensweise bei dem Projekt: „Alle Bauarbeiten werden so gesteuert, dass die Schleuse Steinhavel während der Wassertourismussaison benutzbar bleibt.“
Nach Fertigstellung des Bauloses 2 könne die Schleuse nun wieder „uneingeschränkt genutzt werden“. Im Zuge dieses Bauloses wurden in den Wintermonaten die Wartestellen in den beiden Vorhäfen ersetzt sowie Bauleistungen zur Hang- und Ufersicherung und eine Unterhaltungsbaggerung ausgeführt.

Materialschlacht auf der Havel

Insgesamt wurden 160 laufende Meter Wartestelle im Oberen und 240 laufende Meter im Unteren Vorhafen sowie die Ufereinfassungen am jeweils gegenüberliegenden Ufer der Havel ersetzt.
Keinen Zweifel lässt Dietrich daran, das Ganze war eine Materialschlacht: Es wurden unter anderem 1.275 Tonnen Spundwandstahl verbaut, ebenso 2.460 Holzpfähle und 1.300 Tonnen Wasserbausteine, zählt er auf. Auch der dafür notwendige Bodenaushub kann sich sehen lassen: rund 6.000 Kubikmeter wurden ausgebaggert und entsorgt. Wichtig dabei für alle Bootsführer: Die Wartestelle im Oberen Vorhafen wurde aus nautischen Gründen vom Nord- an das Südufer verlegt.

Ab Mitte September nächste Sperrung

Aber es gibt auch noch Restarbeiten zu erledigen: Bis voraussichtlich 6. Juni sollen der Korrosionsschutz ausgeführt und ein Kabelleerrohrdüker zum Unteren Vorhafen errichtet werden. Die dafür erforderlichen Arbeitsbereiche werden vor Ort durch Schifffahrtszeichen gekennzeichnet.
Und es wird wieder eine Wintersperrzeit geben. Sie beginnt dieses Jahr bereits am 13. September und wird voraussichtlich am 27. Mai 2022 enden, denn in diesem Zeitraum soll das Baulos 3 abgearbeitet werden.
Nicht uninteressant: An der Schleuse Steinhavel konnten allein vergangenes Jahr 25.829 Fahrzeuge geschleust werden, davon 34 Kabinen- und Fahrgastschiffe und 25.421 Sportboote. „Während der Sommermonate werden bis zu 6.000 Fahrzeuge pro Monat geschleust“, informiert das WNA. Der Anteil muskelbetriebener Fahrzeuge liegt zwischen 20 und 25 Prozent.