Nicht lange aufhalten, drei bis fünf Minute inne halten, eine Kerze anzünden und eine Tüte mit dem Friedenslicht aus Bethlehem und der ausgedruckten Weihnachtspredigt mitnehmen, während draußen bei nasskaltem Wetter das Bläserensemble weihnachtliche Musik unter einem Zeltdach spielte.
Ziemlich eigenartig beging die evangelische Kirchengemeinde Zehdenick Heiligabend. Alle Gottesdienste waren rechtzeitig vor dem Fest wegen der Corona-Pandemie abgesagt worden. Der kurze Kirchenbesuch war die einzige Möglichkeit, sich auf das Weihnachtsfest einzustimmen. Es herrschte ein reges Kommen und Gehen, aber kein Andrang.

In Krewelin findet der Gottesdienst draußen statt

Wer trotzdem einen evangelischen Gottesdienst erleben wollte, musste raus aufs Land. In der Nachmittagsdämmerung erklang so unter anderem vor der kleinen Fachwerkskirche in Krewelin das Lied „Ihr Kinderlein kommet“. Der einzige, der hier singen durfte, war Pfarrer Andreas Domke.

Verzicht aufs Krippenspiel

Etwa 30 Menschen hatten sich unter freiem Himmel eingefunden, um mit ihm die Christvesper zu feiern. Sie standen in kleinen Grüppchen in weitem Abstand vor dem Gotteshaus, wo ein mit Lichterkette geschmückter Weihnachtsbaum so etwas wie anheimelnde Stimmung verbreitete. Es hatte sogar aufgehört zu regnen. Eine kurze Predigt, ein paar Lieder, nach dreißig Minuten war der Gottesdienst vorbei. Auf das Krippenspiel musste verzichtet werden.

Feierlicher Gesang von der Empore

Ganz anders in der katholischen Kirche Zehdenicks: Hier wurde der Heilige Abend gefeiert, fast wie und eh je, vor allem aber mit ganz viel Weihrauch, mit feierlichem Orgelspiel und dem Gesang von der Empore, während die Maske tragenden Gottesdienstbesucher gebeten wurden, nicht mitzusingen. Zweimal wurde an diesem besonderen Abend die Messe gelesen.

In der Krippe brennt das Licht

Nur das Krippenspiel kam aus der Konserve. Jugendliche hatten einen Film über die Weihnachtsgeschichte gedreht, der auf eine Leinwand projiziert wurde. Sogar das Abendmahl teilte Pfarrer i.R. Eberhard Korte an die Gläubigen aus. Die Messe dauerte gut 70 Minuten und endete besinnlich mit „Stille Nacht, Heilige Nacht“, während das Licht in der Krippe brannte. Mit warmen Worten des Dankes verabschiedete der Geistliche die Gläubigen in die Heilige Nacht, während er sich noch auf das traditionelle Zanderessen mit seinen Mitbrüdern in Templin freute.