Pfarrer i.R. Eberhard Kort sprach von einem „ganz starken Zeichen der Ökumene“. Während andere Menschen den Heiligen Abend bei ihrer Familie verbrachten, saß Luise Wenk an der Orgel in der Zehdenicker Pfarrkirche Maria Himmelfahrt, um mit den Katholiken den Beginn der Heiligen Nacht zu feiern.
Dabei ist sie selbst Mitglied der evangelischen Kirchengemeinde Zehdenick. Deshalb sei ihr Einsatz keine Selbstverständlichkeit gewesen, betonte der Pfarrer, für den es nur schwer zu ertragen gewesen wäre, wenn die Orgel ausgerechnet an diesem Abend stumm geblieben wäre.

Anstellung in Sachsen gesucht

Doch Luise Wenk hat Spaß am Orgelspiel. Nach acht Semestern Studium der Kirchenmusik in Dresden steht sie vor ihrem Abschluss und wird ihrer Heimatstadt Zehdenick, wo sie aufgewachsen und die Grundschule besucht hat, um dann ihr Abitur an der Evangelischen Schule in Neuruppin abzulegen, wohl schon bald Adieu sagen. Aus persönlichen Gründen sucht sie nach einer ersten Anstellung als Kirchenmusikerin in Sachsen. Ihr Freund kommt von dort. Sie ist guter Hoffnung, schon bald eine Anstellung im Freistaat zu finden. „Mein Professor sagt, dass es mehr offene Stellen als Kirchenmusiker gibt.“

Kantor Uwe Großer begeisterte sie für die Musik

Dass sich die heute 23-Jährige Zehdenickerin überhaupt für Kirchenmusik interessiert, ist dem noch vielen Havelstädtern bekannten Kantor Uwe Großer zu verdanken. Bei dem engagierten Berufsmusiker lernte Luise Wenk nicht nur die Grundzüge des Orgelspiels, das sie im Laufe ihres Studiums und weiterer Kurse vertiefte. Er weckte auch ihre grundsätzliche Leidenschaft für die Musik. Sie spielte bei ihm Flöte und sang im Chor mit.

Gänsehaut-Momente bei „Stille Nacht, Heilige Nacht“

Die Musik für das Abendmahl im Rahmen der Heiligen Messe an Heiligabend in der Zehdenicker Pfarrkirche durfte die 23-Jährige selbst auswählen, die übrigen Lieder stellte der Pfarrer zusammen. Bei „Stille Nacht, Heilige Nacht“ sorgte sie für Gänsehaut-Momente bei ihren Zuhörern, die ihr sogar Applaus spendeten.