An der Erkenntnis führt kein Weg vorbei: „Kleine Schulen und Grundschulen im ländlichen Raum sehen sich mit vielfältigen Herausforderungen konfrontiert – nicht erst seit Ausbruch der Corona-Pandemie 2020“, betont die Pädagogin Elisabeth Günther.
Sie nahm mit Kolleginnen und Kollegen der Drei-Seen-Grundschule und der Kleinen Grundschule an der Mühle in Bredereiche kürzlich an einem Workshop teil, quasi drückte sie mit ihren Kollegen die Schulbank. Freilich auf kurzweilige Weise und gespickt mit vielen nützlichen Informationen.

Häufig zu wenig Personal an den Schulen

Denn Fakt ist: Einige Konflikte und Probleme „übersteigen die Potenziale eines einzelnen Kollegiums“, wie Elisabeth Günther anmerkt. Zum Beispiel ziehen sich die Personal- und Ausstattungsknappheit als Rote Fäden „unübersehbar durch sämtliche Bereiche des Schulalltags“. Dass beispielsweise trotz höchsten persönlichen Einsatzes schmerzliche Engpässe entstehen werden, wenn eine Schulleitung, ein Sekretariat oder ein Hausmeister für zwei Einrichtungen zuständig ist, liegt auf der Hand.
Das dürfte dem Leser bekannt vorkommen. Zur Erinnerung: Seit geraumer Zeit leitet die Bredereicher Schulleiterin Patricia Draczow auch die Drei-Seen-Grundschule. Nämlich seitdem Marion Poltier, die frühere Schulleiterin, vor mehr als einem Jahr in den Ruhestand ging. Nicht bekannt ist öffentlich, ob das Bildungsministerium bereits zu diesem Zeitpunkt einen Nachfolger suchte. Wie auch immer, noch immer ist kein neuer Schulleiter in Sicht.
Elisabeth Günther betont vor diesem Hintergrund: „Da sind intensiver Austausch und Kooperation zwischen zwei benachbarten Schulen wie der „Drei-Seen-Grundschule in Fürstenberg und der Grundschule „An der Mühle“ in Bredereiche geboten.“ Ein solcher wissenswerter Austausch fand nun statt. In der idyllischen Uferlandschaft des Schlosshofes in Lychen wurde am 16. und 17. September die erste gemeinsam Teamrunde der beiden Grundschul-Kollegien durchgeführt. Eröffnet wurde die Runde von der Schulleiterin beziehungsweise kommissarischen Schulleiterin Patricia Draczow.

Schülerförderung war auch Thema

Auch dabei war Schulrat Harald Schmidt. „Unter der gelungenen Moderation von Juliane Zickuhr vom Schulamt Brandenburg sondierten, prüften und erörterten die Lehrerinnen und Lehrer die Herausforderungen, Ressourcen und Perspektiven ihrer beiden Grundschulen. Aus der Vielzahl der dringenden Themen wurden diesmal die Bereiche Schülerförderung, Gewaltprävention und interne Organisation herausgehoben, Stufenpläne wurden entwickelt. Zugleich zeichnete sich ein frisches, facettenreiches und partnerschaftliches Profil der beiden „Wasser“-verbundenen Grundschulen ab. Den Schülerinnen und Schülern dürfte dieser Umstand neue Lern - und Erfahrungsräume eröffnen, zeigt sich Lehrerin Elisabeth Günther überzeugt.
Damit nicht genug: In Sachen Schülerförderung konnte Schulrat Schmidt für Januar 2021 eine Aufstockung in Form einer „Lerngruppe Plus“ zusagen. Das ist eine Lerngruppe mit speziellem sonderpädagogisch, qualifizierten Personal, die von Schul- und Jugendamt gemeinsam getragen wird.
Das Fazit von Elisabeth Günther: „Die beiden Studientage waren ein ertragreicher erster Auftakt für eine erfreuliche und vielversprechende Kooperation.“ Zeitnah ist eine Fortsetzung geplant.