Auf nur etwa 50 Hektar der Anbaufläche, die sich mit einer Ausdehnung von zwei Kilometern rund um den Betriebssitz der Agrar GmbH Sonnenberg zieht, liegt bereits Folie. Darunter versteckt sich der eigentlich frühe Spargel. Mit diesem rechnet Geschäftsführer Gregor Hufmann allerdings frühestens in drei Wochen und damit definitiv später als im vergangenen Jahr. "2017 haben wir am 28. März mit dem Spargelstechen begonnen. Da haben wir jetzt keine Chance", sagt er. Mit seinen rund 20 Mitarbeitern steht er zwar in den Startlöchern, aber "momentan können wir leider nur warten". Für ein gutes Wachstum brauche es Sonne und einen aufgetauten Boden. Der war in der vergangenen Woche in der Tiefe noch gefroren, nun ist es schon wieder zu nass, gibt der Landwirt an.
Auf den bereits verlegten Folien haben sich an manchen Stellen Pfützen durch den aufgetauten Schnee gebildet. "Das ist das nächste Problem", meint Gregor Hufmann mit ernster Miene. Wenn das Wasser die Folien zu weit nach unten ziehe, müsse man sie nochmals aufstellen, erklärt der 32-Jährige. Die insgesamt drei Schichten wirken wie ein Treibhaus und sollen für eine Temperatur von mindestens 10 Grad bis in 40 Zentimeter Tiefe sorgen. "Bei 15 Grad gibt der Spargel dann richtig Gas", so der Experte, in dessen Familie der Spargelanbau Tradition hat.
2014 hatte sie die Ländereien bei Rauschendorf übernommen und Millionen investiert. Mittlerweile wird hier auf etwa 490 Hektar das weiße Gemüse angebaut und weltweit vertrieben. Hinzu kommen Getreide-, Mais- und Rapsfelder. Der Spargel sei aber definitiv das lohnenswerteste Geschäft, weil er vor Ort verarbeitet werden kann. "Nur mit Getreide hätte man den Betrieb gar nicht so aufbauen können", betont Hufmann.
Wenn die Spargelernte losgeht, bieten die eigenen Unterkünfte bis zu 800 Helfern aus Osteuropa Wohnraum, denn dann muss es schnell gehen. "Sobald die Köpfe aus der Erde gucken, muss man ernten", erläutert der Landwirt.
Da helfe dann auch die oft kritisierte Schwarz-Weiß-Folie, über die die Temperatur gesteuert und Zeit gewonnen werden kann. Die Saison dauere dann bis Mitte Juni. Obwohl auch 2017 ein durchwachsenes Jahr gewesen sei, habe man 9,5 Tonnen pro Hektar ernten können, so Hufmann. In diesem Jahr seien die Flächen eigentlich auf ihrem Zenit und bis zu 10 Tonnen zu erwarten.
"Wenn das Wetter jetzt gut wird, kann es auch noch eine sehr gute Ernte geben", meint der 32-Jährige.
Auch in puncto Naturschutz hat der Geschäftsführer Pläne: Bereits 2017 hatte er für den Schreiadler eine Fläche als Jagdrevier geschaffen, die dieses Jahr ausgedehnt werden soll. Zudem sind zusätzliche Weiden für Bienenvölker geplant.