Idyllische Wohnlage mit Handicap: Seit Mitte der 1980er-Jahre wohnt Familie Schwabe am Parkweg in Zehdenick, direkt hinter dem Stadtpark zwischen Kirschenallee und Dr. Salvador-Allende-Straße. Doch die ruhige Wohnlage im Grünen hat auch einen entscheidenden Nachteil. Die Müllabfuhr meidet die Sackgasse, weil es keine Wendemöglichkeit für die Fahrzeuge gibt. Also sind Gisela Schwabe und ihr Mann gezwungen, ihre Mülltonnen zur Kirschenallee zu bugsieren. Über den unbefestigten Parkweg führt die waghalsige Tortur zu einem Wirrwarr aus Absperrgeländern, die ein Befahren des Parkweges von der Kirschenallee aus verhindern sollen.

Ausgelatschte Treppe und eine steile Rampe werden zum Problem

Eine ausgelatschte Treppe und eine steil abfallende Rampe stellen die Verbindung zur Kirschenallee dar. Gerade bei Eis und Schnee eine gefährliche Angelegenheit, zumal die Schwabes auch nicht jünger werden. Mit zunehmenden Alter wird das Bewegen der Mülltonnen auf der Rampe immer riskanter. Aber auch bei guten Wetterverhältnissen haben Rollstuhlfahrer in Begleitung dort ihre liebe Mühe, die steile Rampe zum Parkweg heraufzufahren, haben Schwabes beobachtet.

Nach einem Vor-Ort-Termin Anfang Dezember tut sich nichts

Seit mehr als einem Jahr führt Gisela Schwabe eine rege Korrespondenz mit der Stadtverwaltung Zehdenick. Vor einigen Monaten habe es einen Lichtblick gegeben. Mario Rabeus, zuständiger Mitarbeiter für Tiefbau in der Stadtverwaltung, habe sich Anfang Dezember vor Ort umgesehen. Er habe anregt, dass die Abflachung der Rampe eine Lösung wäre, um die Gefahr des Rutschens zu reduzieren. Doch seit fünf Monaten ruht der Kontakt. Nichts sei passiert. Keine Nachricht, nichts. Auch die vielen anderen Probleme, die Gisela Schwabe in den vergangenen Monaten in Briefen an Bürgermeister Bert Kronenberg (parteilos) und Stadtverordnetenvorsteher Waldemar Schulz (CDU) detailliert zur Sprache gebracht hatte, harren der Dinge, die da vielleicht noch kommen mögen. Oder eben nicht. Im Brief an den Stadtverordnetenvorsteher platze Gisela Schwabe der Kragen. Sie beklagte sich darüber, wie mit den Anliegern der Zehdenicker Bürger umgegangen werde. „Nichtbeachtung, das kann nicht sein!“, schrieb sie an Schulz. Der reagierte offenbar sofort und leitete das Schreiben an den Bürgermeister weiter.
In ihrer Verzweiflung habe sie sich auch an einen Stadtverordneten in ihrer Nachbarschaft gewandt. Dieser habe ihr geraten, sie möge ihr Anliegen doch in der Einwohnerfragestunde des Bauausschusses zur Sprache bringen. Darauf habe sie bislang verzichtet, weil sie hoffte, irgendwas werde die Verwaltung schon unternehmen.

Anwohner fühlen sich mit ihren Problemen allein gelassen

„Wir sind genauso Bürger der Stadt Zehdenick, zahlen unsere Steuern und ebenso alle anfallenden Gebühren des Landkreises Oberhavel“, betont Gisela Schwabe in ihren Briefen. Auch möge geprüft werden, ob es nicht möglich ist, die Barrieren zur Kirschenallee hin ganz zu beseitigen, um eine Auffahrmöglichkeit zum Parkweg zu schaffen, dann könne auch die Müllabfuhr vorfahren. Der Parkweg an sich stelle mit seinen großen Auswaschungen und Furchen aber eine Gefahr insbesondere für Radfahrer dar. Hinzu komme die mangelnde Pflege des öffentlichen Grüns, sodass Äste in den Weg hineinwachsen. Erst wenn die Anwohner darauf hinweisen, werde die Verwaltung tätig und stutze Bäume und Sträucher. Die Stadtverwaltung Zehdenick hat auf eine schriftliche Anfrage dieser Zeitung bislang nicht reagiert.