Im Februar erfolgte die Festlegung der genauen Route, die von Tornow kommend über Marienthal, Burgwall, dann durch den Wald in Richtung Vogelsang und von dort aus nach Neuhof und Zehdenick führt. Von dort geht es westlich der Havel durch die Tonstichlandschaft durch Ribbeck und Ziegelscheune nach Gransee. Später sei dann die Erweiterung um den dritten und letzten Abschnitt von Lindow über Heiligengrabe zurück nach Mecklenburg-Vorpommern geplant. Eben dort beginnt der Pilgerweg seit 2019 auch, und zwar im 1283 erstmals urkundlich erwähnten Ziesterzienserinnenkloster Wanzka, wo heute noch eine imposante Gemeindekirche besichtigt werden kann.
Von Wanzka bis Lindow
"Pilgern auf den Spuren der Zisterzienser" ist das verbindende Thema zwischen sind den Orten des Weges. Zweite Station ist Himmelpfort, wo der erste Abschnitt am Himmelfahrtstag 2019 auf Initiative von Karl-Otto Winkler und Pfarrer Gernot Fleischer aus Lychen feierlich eröffnet wurde. Wobei Gransee allerdings eine Ausnahme bildet. Denn dort gibt es ein ehemaliges Domikanerkloster, das sich zudem nicht im Besitz einer Kirchengemeinde befindet, sondern der Stadt gehört. Schwierig für den, er nach innerer Einkehr sucht und das Spirituelle finden möchte. Da müsse sich die örtliche Kirchengemeinde was einfallen lassen, wie sie die Pilger erreicht. Wie beim großen und berühmten Vorbild, dem Jakobsweg, wird es unterwegs Stempelstationen geben. Im ehemaligen Zisterzienserinnenkloster in Zehdenick werden die Stempel ausgelegt, später soll es im klostereigenen Museum, das 2021 eröffnet werden soll, sogar einen Ansprechpartner geben. Gottesdienst, Andachten und Führungen werden allerdings nur nach vorheriger Vereinbarung angeboten. Die Investition für den Pilgerweg ist überschaubar. Stiftamtsfrau Gabriele Pielke rechnet mit einmaligen Ausgaben in Höhe von 500 Euro für die einhundert Schilder, die den Pilger zuverlässig den Weg weisen sollen. Wo genau sie überall angebracht werden können, wird sich in den nächsten Monaten noch entscheiden. Die Koordination dafür habe Zehdenicks Stabsstellenleiter Dirk Wendland übernommen. Zum Teil könne auf die Beschilderung des Laufparks Stechlin aufgebaut werden. Um die Zuverlässigkeit langfristig zu gewährleisten, müsse der Pilgerweg künftig jährlich abgefahren werden. Nur mit dem Auto sei das in dem zum Teil schwer zugänglichen, aber landschaftlich sehr reizvollen Areal nicht immer möglich.
Beitrag zum Tourismus
Neben dem kirchlichen Aspekt gibt es beim Pilgerweg selbstverständlich auch einen weltlichen. Gastronomie und Hoteliers sollen Profiteure werden. So habe die Tourist-Information Zehdenick bereits ein Hotel- und Gaststättenverzeichnis zusammengestellt. Wer nicht den gesamten Weg pilgern möchte, können selbstverständlich auch Teile davon auf Schustern Rappen erkunden. Als Tages- oder Wochenendtour biete sich der Zehdenicker Abschnitt dabei besonders gut an, sei dieser doch als Rundweg konzipiert. Östlich führt er zunächst Richtung Süden und westlich zurück nach Norden. Start und Ziel könnte Tornow sein. "Der Weg ist lang, aber sehr schön zu gehen", versichert Sabine Benndorf, die ihn bereits mit dem Fahrrad abgefahren hat. Wer alle Abschnitte zu Fuß erkunden möchte, muss wohl eine gute Woche einplanen.
Auch die letzten Abschnitte sollen nun zügig geplant werden. Nach Angaben von Gabriele Pielke findet am 18. März im Amt Lindow die nächste Besprechung zur Festlegung der Streckenführung statt. In Gransee gebe es hingegen noch keinen festen Termin für die exakte Routenfestlegung. Ein Termin soll aber kurzfristig anberaumt werden.

Auf den Spuren von Mönchen und Nonnen


Im Spätmittelalter hatte der Orden der Zisterzienser ein weites Netz von Klöstern über ganz Europa gelegt. Seinen Ursprung hatte er 1098 im französischen Burgund.

Auch  in der Uckermark und im Ruppiner Land gab es eine beachtliche Zahl von Niederlassungen des Ordens.

Der Klosterweg soll mehrere der früheren Klöster verbinden. red