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1055 Euro kamen für Familie zusammen, deren Haus vor Kurzem in Flammen aufging

Sammeln für die Brand-Opfer

Der Dachstuhl des Hauses brannte. Ein deutliches Loch war zu sehen.
Der Dachstuhl des Hauses brannte. Ein deutliches Loch war zu sehen. © Foto: MZV/Andrea Weil
Judith Voigt / 20.02.2012, 17:40 Uhr - Aktualisiert 20.02.2012, 18:46
Wall (MZV) Es war ein echter Schock für die Waller: Am Freitag, 10. Februar, brannte es im Ort. Das Haus der Familie Gliesche/Wertz hatte Feuer gefangen und wurde stark in Mitleidenschaft gezogen. Grund genug für die Leute im Dorf, den Geschädigten unter die Arme zu greifen.

Die Nachricht vom Feuer war am 10. Februar schnell herum in dem kleinen Dorf. Gegen Mittag wurde die Feuerwehr nach Wall gerufen, weil Rauch aus einem Wohnhaus an der Dorfstraße aufstieg (RA berichtete). Vier Stunden lang waren die Kameraden vor Ort und retteten, was noch zu retten war. Später stellte sich heraus, dass Glut aus einem Kamin Schuld am Brand war.

„Direkt nach dem Feuer kam die Idee auf, für die Leute zu sammeln“, erklärt Ortsvorsteherin Siegrid Stolz. Sie machte die anderen beiden Mitglieder des Ortsbeirats mobil und schnell waren Freiwillige gefunden, die mit dem Klingelbeutel durch die Straßen zogen. Das Ergebnis der Aktion kann sich sehen lassen: 1055 Euro kamen zusammen, die die geschädigte Familie schon bekommen hat.

Siegrid Stolz ist noch immer ganz begeistert von der Welle des Mitgefühls, auf die die Spendesammler stießen. „Die Zusammenarbeit der Einwohner stand im Vordergrund“, schwärmt sie und hofft, dass das auch in Zukunft so bleiben wird. Besonders froh ist sie darüber, dass es die 167 Einwohner auch keinesfalls störte, dass es sich bei der Familie um Zugezogene handelt, die erst seit ein paar Jahren in Wall leben. Ganz im Gegenteil habe das überhaupt keine Rolle gespielt in dem Örtchen, von dem Werner Stolz, der Ehemann der Ortsvorsteherin meint, es handle sich um ein Garten- und Schlafdorf – also eines, in dem die Menschen sehr früh zur Arbeit fahren, sehr spät zurückkommen und sonst im Alltag relativ wenig Kontakt haben. „Manche kennen sich nicht und haben jetzt trotzdem zusammengehalten, waren trotzdem füreinander da“, lobt Werner Stolz.

„Es ging bei der Aktion auch nicht darum, sich besonders spendabel zu zeigen“, ergänzt seine Frau. „Alle haben an einem Strang gezogen und Anteilnahme gezeigt – das war wichtig.“ Doch nicht nur mit Geld wollten die Waller helfen – für die Zeit direkt nach dem Brand gab es auch einen Pensionsplatz für die Familie, der kostenlos zur Verfügung gestellt wurde. Er war notwendig, weil das Haus erst einmal nicht bewohnt werden konnte.

Mittlerweile hat das Paar aber wieder anderthalb Zimmer im eigenen Haus bezogen, erzählt die Ortsvorsteherin. „Für die Spenden haben sich die beiden hundertmal bedankt“, erinnert sich Stolz gestern. Und sogar Tränen seien bei der Übergabe geflossen. „Sie wussten gar nicht, was sie sagen sollten.“ Die Familie selbst war gestern nicht zu erreichen, aber die Ortsvorsteherin hat eine Ahnung davon, was alles auf das Paar zukommt. „Unter anderem am Dach muss nach dem Brand natürlich etwas gemacht werden“, sagt sie. Da seien die 1055 Euro zwar nur ein Tropfen auf den heißen Stein, aber es komme aufs Prinzip an. Egal, ob es nun die Spender waren oder diejenigen, die nach dem Feuer für Kuchen und Kaffee gesorgt haben: Es war der Zusammenhalt, der Siegrid Stolz ins Schwärmen bringt.

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