Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Das Lampenfieber war mit dabei

Horst Kohn aus Brunne hat bei der „Chance 2012“ einen Sonderpreis erhalten. Seine Ehefrau Dagmar freut sich mit ihm.
Horst Kohn aus Brunne hat bei der „Chance 2012“ einen Sonderpreis erhalten. Seine Ehefrau Dagmar freut sich mit ihm. © Foto: Melzer-Voigt
Judith Voigt / 14.05.2012, 18:40 Uhr - Aktualisiert 15.05.2012, 19:48
Brunne (MZV) Ein kleines Mikrofon aus Metall, ganze 20Zentimeter groß inklusive Sockel, ist Horst Kohns ganzer Stolz. Der 78-jährige Brunner hat es bei der Casting-Show „Chance 2012“ bekommen, wo er den Sonderpreis einheimsen konnte.

Der gebürtige Bayer Kohn ist eine echte Frohnatur. Während er über die Show im Havel-Park Dallgow spricht, fängt er immer wieder an zu lachen und grinst verschmitzt, zum Beispiel, wenn er Sachen sagt wie: „Ich habe mir bei jedem meiner Auftritte einen Spaß gemacht.“ Beweise gibt es dafür mehr als genug. Kohns Frau Dagmar hat gleich mehrere Bildermappen, die dokumentieren, wie sich ihr Mann Runde für Runde durchsetzte, vom ersten Auftritt im Januar 2012 bis zum Finale Anfang Mai.

Dabei waren Kohns Kostüme einer der Höhepunkte der Show: mal als Seemann, mal in bayrischer Tracht, mal als Clown. Der 78-Jährige setzte bei der „Chance 2012“ auf Entertainment, denn das ist seine Stärke. Als DJ Horstl tourt der Brunner schon viele Jahre durch die Region. „Bei mir kam eben bei jedem Auftritt etwas Besonderes dazu“, sagt Horst Kohn und lacht wieder los. Doch natürlich konnte auch seine Stimme überzeugen. Gegen 35 Mitbewerber trat er im Januar an, beim Finale waren nur noch 13 dabei. Kohn hatte sich durchgesetzt: Er sang Lieder wie „Kennst Du die Perle, die Perle Tirols“ ebenso wie „Spanish Eyes“. So kam es, dass er sich am Ende des Wettbewerbs nur noch mit drei anderen auf der Bühne im Havel-Park wiederfand.

Berenike Blaser belegte den ersten Platz des Castings. Thomas Guder wurde Zweiter, Coco Pritschkow Dritte. Und gleich daneben stand Horst Kohn, der Gewinner des Sonderpreises.

Kohn war von Anfang an nicht darauf erpicht, unbedingt den ersten Platz und damit eine CD-Produktion zu gewinnen. Schließlich hätte er dann sehr viel weniger Zeit für die Sachen gehabt, die ihm besonders am Herzen liegen – die Auftritte als DJ rund um Brunne. „Deshalb habe ich der Jugend lieber den Vortritt gelassen“, meint er, der mit seinen 78Jahren mit Abstand der älteste Teilnehmer des Wettbewerbs in Dallgow war.

Ein Küsschen von einem echten Schlagerstar gab es für ihn beim Finale trotzdem. Die Sängerin Rosanna Rocci kam am letzten Wettbewerbstag in den Havel-Park, gratulierte den Siegern, nahm auch selbst das Mikrofon in die Hand und gab ein kurzes Konzert. Kohns Frau Dagmar stand derweil mit der Kamera bereit und schoss ein Foto, auf das der Brunner nun besonders stolz ist: Er und die Schlagersängerin Rocci blicken lächelnd in die Kamera.

An sich war Dagmar Kohn seit Januar eine der wichtigsten Stützen für ihren Mann, sagt er. Sie reiste immer mit zu den Wettbewerben, sorgte für Kostüm und Schminke und verließ ihren Platz vor der Bühne nur selten, egal, ob sie dort nun sieben oder acht Stunden ausharren musste. Bisweilen sei sie sogar nervöser gewesen als ihr Mann, sagt sie. „Manchmal habe ich gedacht, sie ist diejenige, die gleich auf die Bühne muss und singt“, so Horst Kohn. Dabei sei er selbst auch manchmal so aufgeregt gewesen, dass die Rosen in seiner Hand gezittert haben, gibt er dann lachend zu.

Er hat nun Casting-Show-Luft geschnuppert – und es hat ihm gefallen. „Im nächsten Jahr mache ich wieder mit“, verrät Horst Kohn. „Nein, nicht mit mir“, ruft seine Frau dazwischen.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG