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Der Entzauberer

In Aktion: Etienne Hirschfeld ist seit 1996 Westernreiter, nachdem er sich vorher dem Dressurreiten gewidmet hatte. Mittlerweile hat er viele Preise in der Disziplin gewonnen, die auf das Reiten der Rindertreiber zurückgeht.
In Aktion: Etienne Hirschfeld ist seit 1996 Westernreiter, nachdem er sich vorher dem Dressurreiten gewidmet hatte. Mittlerweile hat er viele Preise in der Disziplin gewonnen, die auf das Reiten der Rindertreiber zurückgeht. © Foto: MZV/privat
Judith Melzer-Voigt / 30.10.2012, 18:26 Uhr
Brunne (MZV) Die Messe Hippologica in Berlin ist ein Treffen von echten Profis. Sie kennen sich aus in allem rund ums Pferd - egal ob Zucht oder Sport. Auch Etienne Hirschfeld aus Brunne wird vom 13. bis 16. Dezember dabei sein.

Hirschfeld hat gemeinsam mit seiner Frau Nina einen Trainingsstall am Brunner Weg der Technik. In dem kleinen Büro direkt in der Reithalle - zwischen Hund und Katze sitzend - erzählt der 43-Jährige, wie es kam, dass er bei der renommierten Fachmesse dabei sein wird, gemeinsam mit vielen anderen Experten. "Der Verband der ersten Westernreitunion Deutschlands, Regionalgruppe Berlin/Brandenburg, hat mich angesprochen", sagt er. Hirschfeld hat sich schon im Jahr 1996 dem Westernreiten verschrieben. Dieser Sport hat seine Wurzeln bei den Rindertreibern und unterscheidet sich daher stark von dem klassischen Dressurreiten.

Im Laufe der Jahre hat sich der Brunner so zu einem Profi in Sachen Westernreiten entwickelt. Bei den diesjährigen German Open erhielt er sogar das Goldene Westernreitabzeichen. "Ich gebe einen Einblick in die Ausbildung von Jungpferden in diesem Sport", erklärt Hirschfeld, was genau er bei der Hippologica präsentieren wird. Während das seine Aufgabe in der Halle 21 ist, kümmert er sich in Halle 23 um die Unterschiede zwischen Western- und Dressurreiten. Unter anderem gemeinsam mit einer Dressurreiterin wird er diese erklären.

Ein Pferd von seinem Brunner Hof - ein Quarter Horse - wird Hirschfeld nach Berlin begleiten. "Es bleibt dann auch über Nacht dort, in einer Halle, in der Boxen zur Verfügung gestellt wurden", so der 43-Jährige. So sei sichergestellt, dass die Tiere ihre Ruhezone haben. Der Profi freut sich schon auf die Messe. "Geht man zu einem Turnier, sieht man nur das Ergebnis eines Manövers", erklärt Hirschfeld seine Motivation. Mitunter werde so schnell geritten, dass Menschen, die nicht gerade Profis auf dem Gebiet sind, die einzelnen Schritte nicht wahrnehmen können. "Und ich möchte diese Manöver entzaubern."

Das Westernreiten ist laut Hirschfeld ein aufstrebender Sport. Doch auf seinem Brunner Hof hat er sich ein breiteres Betätigungsfeld geschaffen: Seit 1996 betreibt er das Areal, das er von seinen Eltern übernommen hat. Im Laufe der Jahre hat sich Hirschfeld einen eigenen Trainingsstall aufgebaut. "Wir züchten auch Tiere, aber nicht im großen Stil", erklärt er. Ein bis zwei Fohlen werden so pro Jahr verkauft. Außerdem gibt es einen Pensionsbetrieb auf dem Gelände.

"Das Hauptaugenmerk richten wir aber auf die Ausbildung von Pferd und Reiter", sagt Hirschfeld. Daher gibt es bei ihm auch schon Trainingsstunden für kleines Geld, die für Kinder gedacht sind. "Wir möchten sie an den Westernsport heranführen." Doch auch internationale und nationale Reiter nutzen die Trainingshalle in Brunne, um dem Erfolg ein Stück näher zu kommen. Außerdem ist Etienne Hirschfeld selbst viel unterwegs: Wenn er sich nicht gerade gemeinsam mit seiner Frau Nina um den Betrieb kümmert, gibt er selbst Kurse in ganz Deutschland. Da bleibt eigentlich nicht viel Zeit für so etwas wie einen Messebesuch: "Das muss schon perfekt durchorganisiert werden", sagt Hirschfeld. Seine Frau unterstützt ihn dabei. Sie wird während der Messe-Tage die meiste Zeit zu Hause die Stellung halten. "Aber neben dem erhöhten Aufwand ist es auch schön, Kollegen zu treffen und sich mit ihnen auszutauschen", sagt der Brunner. Irgendwo zwischen Ausbildungsstunden und Vorführung wird sich dafür Zeit finden, ist er sich sicher.

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