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Waldarbeiter schlagen am Montag aus Protest keine Weihnachtsbäume

Forstreform bleibt umstritten

Waldarbeiter schlagen am Montag aus Protest keine Weihnachtsbäume  Foto: Theo Heimann/ddp
Waldarbeiter schlagen am Montag aus Protest keine Weihnachtsbäume Foto: Theo Heimann/ddp © Foto: ddp/Theo Heimann
dapd / 07.12.2012, 17:12 Uhr
Potsdam (dapd) Der massive Stellenabbau im Landesbetrieb Forst Brandenburg (LFB) ruft weiterhin Proteste hervor. Nach erheblichen Einschnitten in den vergangenen Jahren wolle die rot-rote Landesregierung die Zahl der Forstbeschäftigten innerhalb von sechs Jahren auf 1.050 halbieren, kritisierte Branchensekretär Jörg Schütte von der Gewerkschaft IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) am Freitag. Ein solcher Kahlschlag hätte katastrophale Folgen, warnte Schütte.

Agrarministeriumssprecher Jens-Uwe Schade sagte auf dapd-Anfrage, die Ziele der Forstreform seien schon lange bekannt. Der sozialverträgliche Personalabbau beim Forst sei ein Beitrag zur notwendigen Haushaltskonsolidierung.

Die Forstleute treffen sich laut Schütte am Montag (10. Dezember) in Paaren/Glien zu einer Personalversammlung. Dazu werde die Mehrzahl der derzeit 2.000 Beschäftigten aus 44 Oberförstereien erwartet. Es werde heftige Proteste gegen die Pläne der rot-roten Regierung geben. Außerdem würden an dem Tag keine Weihnachtsbäume geschlagen.

Jeder Personalabbau bedeute für den Wald eine erheblich geringere Pflege, sagte Schütte. Der Pflanzenbestand werde enorm darunter leiden. Die Folgen seien absehbar, insbesondere junge Bäume würden anfälliger. Der Frust im Brandenburger Forst wachse - vom Förster über den Forstwirt und Maschinenführer bis zum Waldarbeiter.

Das Durchschnittsalter steigt ohne Nachwuchs auf 60

Schütte kritisierte auch den "rigorosen Einstellungsstopp" für Forst-Absolventen der Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde und die im Land ausgebildeten Forstwirte. Wenn die Regierung den Nachwuchs weiter blockiere, werde das Durchschnittsalter im Forst bis 2018 auf knapp 60 Jahre steigen.

Schade entgegnete, in allen Bundesländern müsse die Forstverwaltung reformiert werden. In Brandenburg habe das Land von anfangs mehr als einer Million Hektar Wald nur noch 270.000 Hektar in eigener Bewirtschaftung. Ein Großteil der Flächen sei an Kommunen oder Private vergeben worden. Der Personalabbau im LFB laufe sozialverträglich und den Mitarbeitern würden Umstiegschancen eröffnet. Unter anderem könnten sie zur Polizei wechseln.

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