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Kerzliner starten ins Festjahr

Hoffen auf viele Spenden: Das Buch zur Historie der Kirche gibt es unter anderem bei Heidi Ackermann, Annemarie Großkreuz und Pfarrerin Ann-Katrin Hamsch (von links). Es kostet 8,50 Euro - die Hälfte davon kommt des Gotteshaus zugute.
Hoffen auf viele Spenden: Das Buch zur Historie der Kirche gibt es unter anderem bei Heidi Ackermann, Annemarie Großkreuz und Pfarrerin Ann-Katrin Hamsch (von links). Es kostet 8,50 Euro - die Hälfte davon kommt des Gotteshaus zugute. © Foto: MZV/Melzer-Voigt
Judith Melzer-Voigt / 03.12.2013, 17:38 Uhr
Kerzlin (MZV) Aller guten Dinge sind drei: Dieses Sprichwort trifft auch auf Kerzlin zu. Dort gab es in der Vergangenheit bereits drei Kirchen. Doch während den ersten beiden keine lange Standzeit beschert war, wird das aktuelle Gotteshaus schon 100 Jahre alt.

Die Kerzliner Kirche ist ein Schmuckstück: Sie ist klein, gemütlich, mit verzierten Holzbänken ausgestattet und in schummriges Licht getaucht. Das Highlight ist die Decke über dem Altar: Sie ist reich geschmückt mit Ornamenten. Doch das Gotteshaus ist nicht nur für Menschen attraktiv: Der Holzwurm hat sich überall niedergelassen, sogar im Altar und in der Kanzel. Daher braucht die Kirchengemeinde Geld - 21 000 Euro mindestens. Und um das zusammenzubekommen, soll auch das Jubiläumsjahr genutzt werden.

1913 wurde das Gebäude errichtet - dabei stand gleich nebenan bereits eine Fachwerkkirche. Doch diese war laut der Kirchenältesten Annemarie Großkreuz marode. Dem damaligen Pfarrer Reinhold Golm ist es zu verdanken, dass die Kerzliner ein neues Gotteshaus bekamen. Seine Tochter war es auch, die die erste Trauung in dem Neubau feierte. "Die allererste Kirche hier war aus reinem Fachwerk gebaut. 1723 bis 1728 hat man dann eine neue errichtet - mit ausgemauertem Fachwerk", erklärt Großkreuz. Die Variante von 1913 wurde dann noch stabiler, was auch Pfarrerin Ann-Katrin Hamsch bestätigen kann: Mit dem Kerzliner Gotteshaus habe es noch nie größere Probleme gegeben, sagt sie.

Bis jetzt. Denn der Holzwurm-Befall zieht eine aufwendige Aktion nach sich. Das Gebäude muss luftdicht verschlossen werden. Dann wird Gas ins Innere geleitet, das dem Holzwurm den Garaus macht. 2014 soll dieses Projekt in Angriff genommen werden. Doch das ist nicht alles, was an Investitionen ansteht, denn die Kirche hat momentan auch keine Glocke. Die alte wurde abgenommen, weil ihre Aufhängung repariert werden sollte. Doch dabei wurde entdeckt, dass die Glocke gar keine Krone hat, an der der Klangkörper eigentlich befestigt ist. Lediglich Stahlbolzen, die direkt in der Glocke gebohrt waren, dienten dazu. "Sie jetzt zu reparieren, würde noch einmal 20 000 Euro kosten", so Hamsch. Daher wird die Glocke nun an einem neuen Joch befestigt, das auch schon gekauft wurde. Zu Weihnachten soll die Glocke wieder erklingen. Wenn dann 2014 die Holzwürmer beseitigt sind, kann auch die Decke der Kirche gestrichen werden. Bis auf den Teil direkt über dem Altar hat sie eine Auffrischungskur dringend nötig. Und wenn dann noch Geld da ist, könnte die Orgel auch eine Generalüberholung brauchen.

Viele Investitionen stehen also an. Ein kleines Buch zur Geschichte der Kirche soll dazu beitragen, dass ein Teil des Geldes eingenommen werden kann. Der Alt Ruppiner Christian Döring hat sich mit der Historie des Gotteshauses befasst. Auf 47 Seiten sind nun die Ergebnisse seiner Arbeit zu sehen. Das Heftchen kostet 8,50 Euro - die Hälfte des Geldes fließt direkt in die Kirchensanierung. Dörings Buch ist im Gemeindebüro oder bei den Kirchenältesten erhältlich.

Auch am Sonntag, 8. Dezember, wird das Buch verkauft. Dann findet anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Kirche eine Andacht statt. Beginn ist um 10 Uhr. Ann-Katrin Hamsch und Patrick Roger Schnabel werden den Gottesdienst leiten. Auch Generalsuperintendent Matthias Puppe wird ein Grußwort an die Gemeinde richten. Anschließend gibt es ein Beisammensein im Pfarrhaus, bei dem auch angestoßen wird. Christian Döring ist dann vor Ort und will Teile aus seinem Buch über die Geschichte der Kirche vorlesen. 2014 soll es dann ein Festjahr mit Konzerten und anderen Veranstaltungen geben, bei denen Spenden für die Sanierung gesammelt werden.

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