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Die Polin Aleksandra Buziuk ist seit Juli Assistenzärztin in Oranienburg

Die Prüfung blieb ihr erspart

Erster Job: Aleksandra Buziuk, 26 Jahre, hat ihren Abschluss in Medizin in Berlin gemacht. Die Prüfung durch die Ärztekammer blieb ihr erspart - das Deutschlernen nicht. Zwei Jahre dauerte es, bis sie in der neuen Sprache auch denken konnte.
Erster Job: Aleksandra Buziuk, 26 Jahre, hat ihren Abschluss in Medizin in Berlin gemacht. Die Prüfung durch die Ärztekammer blieb ihr erspart - das Deutschlernen nicht. Zwei Jahre dauerte es, bis sie in der neuen Sprache auch denken konnte. © Foto: MZV/Anja Hamm
Anja Hamm / 27.02.2014, 11:20 Uhr
Oranienburg (MZV) Vom polnischen Zielona Gora über Berlin nach Oranienburg - das sind die drei großen Stationen der 26-jährigen Assistenzärztin Aleksandra Buziuk. Seit dem Sommer arbeitet die junge Polin in der Abteilung Gynäkologie in Oranienburg.

Die schwierigste Hürde hat die junge Frau schon frühzeitig überwunden - die Sprache. 2006 kam Aleksandra Buziuk zum Studium nach Deutschland, ihren Wunschstudienplatz an der Berliner Humboldt-Universität, die mit der Charité kooperiert, erhielt sie "überraschend", wie sie erzählt. In der Schule ihrer Heimatstadt Zielona Gora hatte sie Deutsch gelernt. Aber zwei Jahre dauerte es nach ihrer Ankunft in Berlin, bis sie sich in der neuen Sprache zuhause fühlte, "bis ich auf Deutsch zu denken begann", sagt Aleksandra Buziuk. "Zu Beginn liest und versteht man, aber man behält es nicht." Das erste Semester sei ihr schwer gefallen, obwohl sie Bio, Chemie und Physik in der Schule als Leistungsfach belegt hatte "und der Wortschatz ähnlich ist".

Der sonst üblichen Prüfung für Mediziner mit ausländischem Abschluss ist sie mit dem Studium entkommen. Immerhin 38 Ärzte wurden 2012 von einem Expertengremium der Landesärztekammer für die Approbation geprüft, so die aktuellen Zahlen. Fast jeder fünfte Prüfungsteilnehmer scheiterte.

Aleksandra Buziuk hat während des Studiums viele Praktika absolviert. "Ich hatte nie Probleme", erzählt die Polin. Auch heute fragten Patienten zwar neugierig, woher sie komme und wie lange sie schon in Deutschland lebe. "Aber so häufig kommt das nicht vor", versichert sie. An den Oberhavel-Kliniken gehört sie zu einer wachsenden Gruppe: An allen drei Standorten im Landkreis sind derzeit 36 ausländische Mediziner beschäftigt. Die Assistenzärztin der Gynäkologie spürt im Alltag keinen Unterschied zwischen den Kollegen. Gleichwohl hat sie in den vergangenen Jahren erfahren, dass "man viel mehr geben muss, um sich zu beweisen".

Nach Oberhavel hat sie ihr Praktisches Jahr geführt, da hatte sie in der Chirurgie-Abteilung der Hennigsdorfer Klinik gearbeitet. Weil die Stellensituation in Berlin, wo sie weiterhin lebt, schwierig gewesen sei, habe sie sich nach dem Abschluss initiativ in Oranienburg beworben, erzählt sie. Wie Aleksandra Buziuk wählen viele der ausländischen Mediziner die Initiativbewerbung, sagt Kliniksprecherin Heike Wittstock. Besonders an den Berlin-nahen Standorten treffen viele Bewerbungen ein.

Gynäkologie war das Wunschgebiet der Polin. "Es sollte ein operatives Fach sein", erklärt sie und fügt hinzu: "In der Gynäkologie begleitet man das Leben von der Geburt bis zum Tod und es bietet viele Möglichkeiten, von der kleinen Operation über eine Spiegelung bis zum Kaiserschnitt." Das Einstellungsgespräch, bei dem neben der Motivation und dem Fachlichem auch Deutschkenntnisse abgeklopft wurden, war erfolgreich. "Die Patienten sollen verstehen, was man rüberbringen möchte", betont die 26-Jährige.

Sie ist froh, für die Ausbildung ihre Heimat verlassen zu haben. "Hier gibt es mehr praktische Ausbildung als in Polen, und es ist einfacher einen Job zu bekommen - in Polen ist dafür viel Vitamin B nötig", zählt sie zwei Gründe auf. Während ihres Studiums hat sie einige andere Landsleute kennengelernt. "Sechs oder sieben", erinnert sie sich. Sie weiß auch um die Schwierigkeit der Anerkennung eines ausländischen Abschlusses. Ein "Mini-Staatsexamen" müssten die Bewerber ablegen.

Sie arbeitet gern in Oranienburg, einer aus ihrer Erfahrung kleineren Klinik. Die Arbeitsbelastung sei geringer. "Und am Anfang ist man immer überfordert", spricht sie aus, was jeder Berufsanfänger erlebt - gleich ob in der Heimat oder im Ausland. Aleksandra Buziuk hat eine 32-Stunden-Woche. Da bleibe ihr Zeit, nachzulesen und sich auf das neue Leben umzustellen.

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citycar 27.02.2014 - 21:09:41

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