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Gottes Segen für die Buskower der Zukunft

Luftdicht verschweißt: Münzen, der Gemeindebrief, Fotos und der aktuelle Ruppiner Anzeiger stecken in der Zeitkapsel.
Luftdicht verschweißt: Münzen, der Gemeindebrief, Fotos und der aktuelle Ruppiner Anzeiger stecken in der Zeitkapsel. © Foto: Markus Kluge
MZV / 23.09.2014, 23:21 Uhr
Buskow (kus) Sie gehen vielleicht nicht in die Geschichte ein, aber die Namen von gut einem Dutzend Buskower und ein paar aktuelle Nachrichten werden womöglich Jahrhunderte überdauern. Denn sie stecken nun mit vielen anderen Dokumenten in der aufgearbeiteten Bekrönung der restaurierten Kirchturmspitze, die am Donnerstag wieder auf den Turm gesetzt wird.

Die Arbeiten an der Kirche mitten im Dorf verfolgen die Buskower seit Juni gespannt. Weil der Turm samt Spitze marode war, der Schwamm das Holz zersetzt hatte und die Statik nicht mehr stimmte, war die Spitze vom Bauwerk gehoben worden. Ursula Schmidtke hatte das sogar fotografiert. Am Dienstag hatte sie das Bild mitgebracht - eingerollt und mit einer kleinen Schleife zusammengebunden. "Man soll ja später wissen, wie das hier aussah", sagt sie. Für die Kugel auf der Turmspitze hatte sie zudem noch D-Mark-Münzen mitgebracht. Helma Bruder hatte sogar noch alte DDR-Geldstücke dabei. Beiden Frauen liegt das Gotteshaus am Herzen und beide freuen sich auch darüber, dass über die Kirchengemeinde in diesem Jahr rund 210000 Euro in dessen Erhalt investiert wird. "Ich bin in der Kirche getauft, konfirmiert und getraut worden und sicher werden darin auch die letzten Worte über mich verloren", sagt Helma Bruder.

Aber nicht nur Mitbringsel der beiden Frauen verschwanden in der Zeitkapsel. Pfarrerin Ute Feuerstack hatte noch einen Gemeindebrief dabei, in dem jeder unter dem Titel "Gottes Segen!" unterschreiben konnte. "Man kommt ja nicht jeden Tag dazu, sich in die Geschichte einzubringen", kommentierte Arnold Oelke. Und Beate Müller steuerte Bilder vom jüngsten Erntefest bei, und eine aktuelle Ausgabe des Ruppiner Anzeigers wurde ebenfalls sicher eingeschweißt.

Damit dürften diese Dinge deutlich länger halten als das, was vermutlich im 18. Jahrhundert beim Turmneubau in der Kugel verstaut worden war. Das hatte sich im Laufe der Jahrhunderte zersetzt, und die Enttäuschung der Buskower war groß, als sie im Juni darin nur noch braune Überreste fanden. Die neue Kapsel wurde am Dienstag auch gleich in der Kugel verstaut.

Die gesamte überarbeitete Turmspitze soll am Donnerstag um 10 Uhr mit einem Kran wieder nach oben gehoben werden. Bis zum Jahresende werden die Arbeiten am Turm abgeschlossen sein. Für den nächsten Bauabschnitt im Jahr ist die Erneuerung des Kirchenschiffs geplant.

Arbeit wird die Kirchengemeinde künftig auch in eine etwa 100 Jahre alte Linde stecken, die dicht am Turm wächst. Durch sie wird sich der erneuerte Turm in den nächsten Jahren schnell wieder grün verfärben. "Das war früher einmal eine Kopflinde, die irgendwann einfach nicht mehr beschnitten wurde", so Pfarrerin Feuerstack. Die Fällung des gesunden Baums kam nicht in Frage. Mit den Behörden konnte sich aber zumindest darauf geeinigt werden, dass die Krone gestutzt werden darf.

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