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Mit Bademantel im Bürgerhaus

Volles Haus: Als Laienschauspieler haben viele Oderbrücher eine kleine Statistenrolle in dem Film mit dem Arbeitstitel "Das Huhn" bekommen. Am Sonntag hatten sie ihren großen Auftritt im Bürgerhaus von Neumädewitz, das als Kulisse für den Dreh im Altershe
Volles Haus: Als Laienschauspieler haben viele Oderbrücher eine kleine Statistenrolle in dem Film mit dem Arbeitstitel "Das Huhn" bekommen. Am Sonntag hatten sie ihren großen Auftritt im Bürgerhaus von Neumädewitz, das als Kulisse für den Dreh im Altershe © Foto: Alex Rubin
Nadja Voigt / 18.03.2015, 06:00 Uhr
Neumädewitz (MOZ) "Das Huhn" heißt der Arbeitstitel für einen Kurzfilm, der derzeit in Neumädewitz und Zäckericker Loose gedreht wird. Mit dabei: Komparsen aus den Dörfern sowie aus Altranft, Wriezen und Neulietzegöricke.

"Ton läuft, Kamera läuft", heißt es am Montag im Bürgerhaus in Neumädewitz. "Und bitte", sagt Regisseur Philipp Döring. Nach einer kurzen Probe mit dem renommierten Film- und Theaterschauspieler Hermann Beyer - im Bademantel im Sessel sitzend - und Hauptdarstellerin Henrike von Kuick, spielen Enkeltochter und Großvater die kurze Szene dreimal. Dann ist sie im Kasten.

Regisseur Philipp Döring und Schauspielerin Henrike von Kuick haben bereits bei früheren Projekten zusammengearbeitet. Nun hat sich die 1985 in Potsdam geborene Enkeltochter von der Mädewitzer Ortsvorsteherin Helga Scholz einen langgehegten Traum erfüllt, und ihrem Großvater, Horst Scholz, einen Film gewidmet. "Ich habe meinen Opa sehr geliebt. Als Kind war ich oft bei ihm und habe ihm bei der Arbeit zugesehen", berichtet die Enkelin. Dass sie sich durch seinen plötzlichen Tod 2010 nicht richtig von ihm verabschieden konnte, hat sie lange beschäftigt. Alles andere dauerte nicht lange: An nur zwei Nachmittagen entstand das Drehbuch.

Seit September ist das junge Filmteam mit den Vorbereitungen für die drei Drehtage im Oderbruch beschäftigt, zwei weitere werden in Caputh bei Potsdam folgen. Im Herbst soll der Film dann Premiere feiern. Neben Hauptdarstellerin Henrike von Kuick, die als Kind von Malin Daue aus Zäckericker Loose verkörpert wird, und Hermann Beyer sind eine ganze Reihe Statisten aus dem ganzen Oderbruch beteiligt. "Am Sonntag standen sie alle mit Krücken und zum Teil in Jogginghosen vor den Tür des Bürgerhauses", erinnern sich Philipp Döring und Henrike von Kuick lachend. Bereit für ihren Einsatz als Bewohner eines Altenheims. "Gisela Fechner, Kornelia Nagel und Helga Scholz haben sich schon nach wenigen Proben zu einer Traumbesetzung entwickelt und Musiker Torsten Rahn aus Angermünde, Gitarrist der Band Tara Moe, gibt unserer Geschichte mit seinem schauspielerischen Talent und seiner tollen Stimme den letzten Schliff." Die wichtigste Rolle spielt jedoch das zahme Huhn, dass die Regisseure und Produzenten mit ihrem dreiköpfigen Team auf dem Hof von Elke Nagel in Altmädewitz fanden.

"Dieser Film ist meinem Opa gewidmet. Mein Opa war ein lustiger Mensch, und deswegen möchte ich auch kein trauriges oder sentimentales Drama machen, sondern eine Komödie", so Henrike von Kuick. Als Helga (30) ist sie in dem Streifen auf der Suche nach einem Opa. "In ihrer Vorstellung ist ihr neuer Opa ein großer Mann, unglaublich stark, einer, der ein Huhn mit bloßer Hand töten kann." Doch den, den sie findet (Hermann Beyer), ist ganz anders, als sie ihn sich vorgestellt hat.

Henrike von Kuicks Eltern sind in Altmädewitz beziehungsweise in Beauregard geboren. Deshalb hatte sie immer engen Kontakt zur Region und den Menschen, die hier leben. "Ich lernte die verschiedensten Charaktere kennen. Wie geschaffen für die kleinen Rollen in unserem Film! Daher habe ich viele Rollen anstelle von professionellen Schauspielern mit Laien von hier besetzt", berichtet sie. "Des Weiteren werden wir von vielen Komparsen aus Alt- und Neumädewitz, Altranft und Wriezen unterstützt."

Bereits mit 14 Jahren beschloss Henrike von Kuick, dass sie Schauspielerin werden möchte. Erste Rollen spielte sie am Theater in Bremen und Leipzig. Zuletzt war sie in vielen Kino- und TV-Filmen zu sehen, darunter Uli Edels "Baader-Meinhof-Komplex" oder in mehreren Tatortfolgen. 2013 drehte sie mit Regisseur Philipp Döring den preisgekrönten sowie national und international erfolgreichen Film "Kann ja noch kommen". Der Film war auch für Hermann Beyer ein Argument, der verhältnismäßig kleinen Produktion keine Abfuhr zu erteilen. Selbst ohne Gage. Die beiden seien sehr begabt, lobt der Schauspieler am Filmset. "Und die Geschichte hat mir gefallen."

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