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Ganz Garz hat gefeiert

In historischen Kostümen und gut gelaunt: Mirko Schulz (links) und Stefan Heers
In historischen Kostümen und gut gelaunt: Mirko Schulz (links) und Stefan Heers © Foto: MZV/Bandoly
Inez Bandoly / 14.06.2015, 18:02 Uhr
Garz (mzv) Garz wurde 1390 erstmals urkundlich erwähnt und feierte den 625.Jahrestag dieses Ereignisses ganz groß. Der Heimat- und Kulturverein, die Freiwillige Feuerwehr sowie der Angelverein von Garz hatten gemeinsam die große Party vorbereitet. Am Sonnabend ging es los. Über 300 Menschen folgten der Einladung zum Fest.

Zur Mittagszeit herrschte Ruhe in Garz. In dem Ort mit seinen 140Einwohnern war bis auf einige Buden und ein Kinderkarussell auf der Straße gegenüber der Kirche anfangs nichts Auffälliges zu sehen. Wer jedoch von der Gutsparkseite aus kam, begegnete in der Luchdamm-Straße einem kleinen Mädchen - Stella. Die Siebenjährige saß auf einer Bank vor ihrem Haus und hatte Bücher, Puppen und Spiele auf einem Tisch aufgebaut. Mit ihrem Trödelstand hoffte sie auf interessierte Besucher, die ihr etwas abkaufen.

Später sollte es aber dort mit der Ruhe vorbei sein, denn dies war Teil des Weges für den großen Festumzug. Dieser stellte sich als etwas Besonderes heraus, denn alle Teilnehmer trugen historische Kostüme. Die Feierlichkeiten begannen am späten Vormittag in der Kirche mit einem Festgottesdienst. Das Gotteshaus war rappelvoll, beim Abendmahl stand ein großer Kreis Menschen am Altar, unter ihnen auch Bürgermeister Thomas Voigt.

Er, der dort einen Anzug trug, war im Anschluss beim Start zum Umzug in die Kleider eines Ratsherrn geschlüpft. "Das ist meine Burg", sagte er und kletterte die Leiter zum Wagen hoch, auf dem das Gebäude, aus Pappe erbaut, bereits stand. Alles war perfekt und passte, denn der Name Garz stammt von dem slawischen Wort "gard" für Burg.

Constanze Voigt saß im Traktor und startete dessen Motor. Das Volk, äußerlich scheinbar einer Zeitmaschine entsprungen, hatte auf dem Anhänger Platz genommen. Ein Pferdefuhrwerk folgte mit Menschen unter einer Plane, die nicht zu sehen, aber gut zu hören waren, denn sie sangen sehr laut. Zudem standen auf der Straße zahlreiche Frauen und Männer in historischen Kostümen und schlossen sich dann dem Umzug an.

Mitorganisator Ulf Pruschinski, ganz in schwarz gekleidet, gab den Scharfrichter und Udo Schulz den Wasserträger von der Feuerwehr. In seinen Holz-eimern lagerten mehrere Wasserflaschen. Die waren zum Löschen - falls unterwegs einer Durst bekam, denn es war richtig heiß.

Das änderte sich aber inmitten der Feierlichkeiten. Die Sonne verschwand und es goss im wahrsten Sinne des Wortes wie aus Eimern. Aber das tat dem Ganzen kein Abbruch, erklärte Ulf Pruschinksi. Die Letzten feierten bis anderthalb Stunden nach Mitternacht.

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