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Anwohner für Lkw-Verbot

Durch diese hohle Gasse: Die L 441 ist in den Ortschaften - wie hier in Niewisch - stellenweise sehr eng.
Durch diese hohle Gasse: Die L 441 ist in den Ortschaften - wie hier in Niewisch - stellenweise sehr eng. © Foto: MOZ/Jörg Kühl
Jörg Kühl / 17.09.2015, 20:17 Uhr
Niewisch (MOZ) Anlieger der L441 sehen sich in ihrer Sicherheit und Lebensqualität eingeschränkt. Grund ist der verstärkte Lkw-Verkehr in den "Wasserdörfern" aufgrund der Sperrung der B 87 bei Mittweide.

Seit mehreren Tagen brettern in unterschiedlicher Abfolge - mal mit längeren Intervallen, mal schubweise massiv - Lkw durch die "Wasserdörfer". Gemeint sind die Ortschaften an der L 441, direkt am östlichen Schwielochseeufer. Hervorgerufen wird die Belastung durch eine Sperrung der B 87 zwischen Mittweide und Leibchel. Der Verkehr wird zwar offiziell über Lieberose umgeleitet (so ist es auch ausgeschildert), die Navi-Instrumente der Brummifahrer empfehlen jedoch offenkundig den kürzeren Weg über die Wasserdörfer.

Der zahlenmäßig angeschwollene Verkehr an sich wird von den Bewohnern bereits als gefährlich und störend empfunden, erschwert wird die Situation zusätzlich durch enge Ortsdurchfahrten, extrem baufällige Fahrbahnbeläge und fehlende Gehwege in den Ortschaften.

Dieser Tage haben sich die Anwohner im Beisein von Friedlands Bürgermeister Thomas Hähle auf Einwohnerversammlungen in Niewisch und Möllen ihrer Verärgerung Luft verschafft. Die Forderung der Bürger ist klar: Ein Verbot für Lkw, die schwerer als 7,5 Tonnen sind und Tempo 30 in den Ortschaften. Bereits während der Bauarbeiten an der Sperrung der B 87 in Trebatsch im Jahr 2013 gab es eine Umleitung über Lieberose. Damals wurde die L 441 jedoch für schwere Lkw gesperrt. Dass es dieses Mal anders gehandhabt wurde, können die Bürger nicht verstehen.

Besonders ärgert Stadtverwaltung und die Anwohner ein Schreiben des Baulaststrägers, des Landesbetriebs Straßenwesen Wünsdorf. Darin heißt es: "Eine von Ihnen angeregte Beschilderung mit dem Verkehrszeichen 253 (Lkw-Verbot) kann nur zu einer Verkehrsreduktion führen, wenn dies auch intensiv überwacht wird. Leider ist diese Überwachung seitens der Polizei nicht realisierbar." Damit behaupte der Landesbetrieb Straßenwesen, dass die Polizei die Bürger nicht mehr schützen könne, interpretierte Hähle die Aussage des Briefs. Er kündigte an, die zuständige Polizeidirektion Ost mit dem Schreiben konfrontieren zu wollen.

Immerhin könnte es ab Mittwoch eine Besserung der Situation geben. Am 22. September, so Heiko Nevermann vom Landesbetrieb Straßenwesen Wünsdorf, werde der erste Bauabschnitt beendet und die Sperrung samt Umleitung über Lieberose aufgehoben. "Deshalb, und weil eine Beschilderung auch ein paar Werktage dauert, lohnt es sich nicht mehr, entsprechende Verbotsschilder zu beantragen." Danach werde der Abschnitt zwischen Leibchel und Birkenhainchen gesperrt, mit Umleitung über Ressen-Goyatz. Die Sanierungsarbeiten an der B 87 sollen bis 31. Oktober beendet sein, so Nevermann.

Die nächste Sperrung der B 87 im Zuge der Brückensanierung in Trebatsch hängt bereits als Damoklesschwert über den Köpfen der Umleitungs- und Abkürzungs-Anrainer, auch wenn der zuständige Baulastträger, der Landesbetrieb Straßenwesen Frankfurt abwiegelt: "Einen Termin für die Bauarbeiten gibt es noch nicht, keinesfalls in diesem Jahr", sagt die für Brückensanierung zuständige Mitarbeiterin Edda Retzlaff auf Anfrage.

Die Bürger der Wasserdörfer haben das Hin und Her der Zuständigkeiten und Ansprechpartner satt. Sie fordern das Lkw-Verbot auf der L 441 und Geschwindigkeitsbegrenzung innerorts nicht nur während möglicher Sperrungen mit Umleitung, sondern als dauerhafte Lösung zur Verkehrsberuhigung. Ein Vorbild könnten Pfaffendorf und Bornow sein, meint Hähle. In Pfaffendorf wurde Tempo 30 wegen Baufälligkeit der Straße, in Bornow wegen eines fehlenden Gehwegs eingeführt.

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klaus 22.09.2015 - 04:25:22

??

where is friedland?

Leser 19.09.2015 - 19:29:47

Realitätsfern?

Besonders ärgert Stadtverwaltung und die Anwohner ein Schreiben des Baulaststrägers, des Landesbetriebs Straßenwesen Wünsdorf. Darin heißt es: "Eine von Ihnen angeregte Beschilderung mit dem Verkehrszeichen 253 (Lkw-Verbot) kann nur zu einer Verkehrsreduktion führen, wenn dies auch intensiv überwacht wird. Leider ist diese Überwachung seitens der Polizei nicht realisierbar." Damit behaupte der Landesbetrieb Straßenwesen, dass die Polizei die Bürger nicht mehr schützen könne, interpretierte Hähle die Aussage des Briefs. Er kündigte an, die zuständige Polizeidirektion Ost mit dem Schreiben konfrontieren zu wollen. Wie weltfremd muss man eigentlich sein? Die Polizei wurde im Land rapide ausgedünnt. Da ist keine Zeit mehr, um die Nichteinhaltung von Schildern zu kontrollieren. Auch die gestiegene Kriminalität im Land ist seit längerer Zeit ein Problem. Das ist leider brandenburgische Realität. Herr Hähle fragt nach dem Schutz der Bürger. Viele müssen sich selbst schützen und gründen Bürgerwehren. Ist diese Realität in Friedland noch nicht angekommen?

Anwohner 18.09.2015 - 10:13:29

überall...

Wir an der L 38 kämpfen seit Jahren gegen den LKW Wahn,der sich jeden Tag durch unser Ort ergiesst,seit Baustelle auf der A 12 ist und die Maut ist,ohne Erfolg,jeden tag sind es mehr als 800!!!!!! LKW,die so mit 70-80 kmh durch den Ort rasen!!Wenn man dagegen vorgehen will wird man von Behörden ausgebremst und auch die Bewohner,die nicht an der Straße direkt betroffen sind,wollen lieber weiter die LKW im Dorf haben,warum auch immer...viel Spass beim Kampf,bei uns hat er leider nichts gebracht,obwohl alle Grenzwerte an Lärm überschritten werden!!!!Die Behörden und viele Verwaltungen richten sich immer nach einem...wirtschaftliche Interessen..da zählen Lärmschutz und Anwohner nichts

Kossenblatterin 18.09.2015 - 09:30:22

Weitere Dörfer betroffen

Und auch durch Kossenblatt rollen die Brummis. Vor allem nachts wird sich an keine Geschwindigkeitsbegrenzung gehalten. Sie donnern nur so durchs Dorf. Aus Briescht kommend, immer Gas den Berg hinunter und über die Zollbrücke. Auf der Brücke herrscht Tempo 30. Hoffentlich hält diese Brücke das aus. Auch hier haben die Ämter ihr fehlendes Management bewiesen. Kein Tempo 30-Schild (an das sich eh keiner hält), kein rechtzeitiges Ausbessern der Schlaglöcher oder mal dieser Straße einen neuen Belag verpassen, bevor man über längere Zeit umleitet. Die Löcher wurden erst nach drei Wochen Brummiverkehr ausgebessert. Warum nicht vorher, dass hätte wenigstens ein bisschen Lärm erspart. Schließlich fährt drei/vier Mal in der Woche die Straßenmeisterei mit Schneckentempo durchs Dorf. Ich frage mich nur was sie da machen! Der Leiter des Straßenverkehramtes hat Glück, in seiner Dorfschaft ist die Straße einwandfrei.

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