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Mächtige Risse in der Giebelwand

Grenzbebauung: Sie soll mitursächlich für die tiefen Spalten im Haus Nummer 9 sein. Das Nachbarhaus stürzte vor fünf Jahren ein.
Grenzbebauung: Sie soll mitursächlich für die tiefen Spalten im Haus Nummer 9 sein. Das Nachbarhaus stürzte vor fünf Jahren ein. © Foto: moz
Mandy Timm / 01.04.2016, 06:42 Uhr
Neumädewitz (MOZ) Haarrisse im Gemäuer sind im Oderbruch keine Seltenheit. Über die bis zu 20 Zentimeter breiten Spalte im Neumädewitzer Haus mit der Nummer 9 machen sich einige Einwohner inzwischen doch ernsthaft Gedanken. Diese ziehen sich an einer Gibelseite nicht nur die Fugen entlang. Selbst Mauersteine sind auffällig kaputt. "Vermutlich wird eines Tages das Fenster einfach rausfallen", sagt Lars Hoffmann. "Wenn nicht gleich ein Teil der Hauswand." Das ist die Gefahr, die die Mädewitzer fürchten. Kinder würden angehalten, heißt es, möglichst schnell am Haus vorbei zu gehen.

Helge Suhr von der Bauverwaltung des Amtes Barnim-Oderbruch kennt das Rissehaus, hatte aber vorwiegend wegen des Nachbargrundstücks dort zu tun. Unmittelbar an das Haus Nr. 9 war einst ein Fachwerkhaus gebaut. Mindestens 100 Jahre alt, schätzt Hoffmann. Als das unbewohnte marode Gebäude vor fünf Jahren gänzlich zusammenstürzte, ist auf dem Grundstück nicht mehr viel geschehen. Vielmehr wurde der Eigentümer aufgefordert den Metallzaun zurückzubauen, den er einst auf Gemeindeland und viel zu nahe an die Straße gesetzt hatte. "Dabei handelt es sich um eine Sondernutzung im Straßenraum", erklärt Helge Suhr. "Diese ist genehmigungspflichtig. Ein Antrag ist allerdings nie gestellt worden." Der eingestürzte Fachwerkbau könnte nun auch ein Grund für die Risse im Nachbargebäude sein. Vor zwei Jahren sollen diese zum ersten Mal aufgetreten sein. Hoffmann vermutet auch, dass der Grundwasserspiegel eine Rolle spielt. Der Eigentümer wollte sich nicht zu dem Thema äußern. Er reagierte nicht auf eine MOZ-Anfrage.

Der Schaden ist nun im Februar dieses Jahres dem zuständigen Bauordnungsamt in Strausberg gemeldet worden. Dabei handele es sich um die Fachbehörde. "Uns sind die Hände gebunden", so Bauamtsleiter Suhr. Allerdings sieht auch er die Schäden kritisch. Bis zu fünf Millimeter breite Risse könnten noch toleriert werden, sagt er. Im Neumädewitzer Fall sieht Suhr jedoch inzwischen auch die Standfestigkeit des Hauses bedroht.

Vergangene Woche bekam der Eigentümer nun Post aus Strausberg. Er wurde von der Bauaufsicht aufgefordert, Maßnahmen zur Gefahrenabwehr einzuleiten und die "bauliche Anlage, das Wohnhaus, ordnungsgemäß instand setzen zu lassen". Der Eigentümer wurde aufgefordert einen Bauzaun in Höhe von mindestens zwei Meter vor dem Grundstück aufzustellen. Darüber hinaus muss er den Gehweg im Bereich des Gefahrenbereiches absperren. Bis zum 8. April hat er Gelegenheit, sich zu äußern.

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