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Den Bleiläusen auf der Spur

Schwerstarbeit: Die Kinder der Wustrauer Grundschule waren überrascht, wie schwierig die Walze zu bewegen ist, mit der die Urkunden gedruckt wurden. Diese durften die Teilnehmer des Wandertages mit nach Hause nehmen.
Schwerstarbeit: Die Kinder der Wustrauer Grundschule waren überrascht, wie schwierig die Walze zu bewegen ist, mit der die Urkunden gedruckt wurden. Diese durften die Teilnehmer des Wandertages mit nach Hause nehmen. © Foto: MZV
Judith Melzer-Voigt / 27.04.2016, 18:40 Uhr
Buskow/Wustrau (MZV) Immer mal wieder kommen die Lehrer der Wustrauer Grundschule auf die Idee, einen Wandertag zu gestalten. Dann schauen sie, welche Ziele die Region zu bieten hat. Am Mittwoch war es erneut soweit. Kinder der sechsten Klasse besuchten das Bodoni-Museum in Buskow, in dem sich alles um die Druckerei kümmert.

Nach dem Marsch von Wus-trau nach Buskow erwartete die 13 Mädchen und Jungen eine warme Druckerei aus dem 19. Jahrhundert. Marc Johne und seine Mitstreiter vom Verein Buchwerk Bodoni - benannt nach dem bekannten Drucker Giambattista Bodoni - haben diese vor knapp 20 Jahren in Berlin gerettet. Erst standen die Maschinen in Räumen in der Hauptstadt. Später folgte der Umzug nach Buskow (RA berichtete). Dort entstand in einem Teil des Vierseitenhofes eine komplette Druckerei, in der sich die Wus-trauer Kinder am Mittwoch in aller Ruhe umsehen konnten. Erst erfuhren sie in einem kurzen Film Details aus der Geschichte der Setztechnik. Dann waren sie an der Reihe. Marc Johne zeigte den Mädchen und Jungen, wie mit ganz einfachen Mitteln gedruckt werden kann - mit Farbe, einer Farbrolle, einer Schablone und einem Blatt Papier. Später gestalteten die Kinder noch eine Urkunde, die sie alle zu Mitgliedern der Zunft der Bleiläuse erklärte. Damit wurde auf einen alten Scherz in Druckerkreisen hingewiesen: Auf einem Setzschiff wurde Wasser ausgegossen. Erfahrene und neue Kollegen warteten dann darauf, dass die Bleiläuse erscheinen. Erstere behaupteten, sie zu sehen. Gingen die Jüngeren näher heran, wurde ihnen mit einem Kniff Wasser ins Gesicht gespritzt.

Nach knapp zwei Stunden ging es für die Wustrauer wieder nach Hause. Marc Johne indes will die Arbeit mit Schulklassen in Zukunft noch intensivieren und ihnen die Geheimnisse der Druckerei näher bringen.

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