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Ein Temnitztaler Hundeleben kann teuer werden

Holger Rudolph / 05.07.2016, 18:32 Uhr
Kerzlin (MZV) 211 Hunde werden zurzeit in den Dörfern der Gemeinde Temnitztal gehalten. Natürlich seien dies nur die gemeldeten Tiere, ergänzte Kämmerin Kerstin Dames in der jüngsten Gemeindevertretersitzung in Kerzlin. Hundertprozentig sicher sein könne sie sich nicht, dass es nicht doch ein paar Tiere mehr von Garz bis Wildberg gibt. Zurzeit erarbeite die Temnitzer Verwaltung neue Hundesteuersatzungen. Sie erwarte von den Abgeordneten konkrete Vorschläge, aus denen sich eine später zu verabschiedende Beschlussvorlage erarbeiten lasse.

Temnitztals Bürgermeister Thomas Voigt, der in Garz lebt, möchte selbst nicht ohne den besten Freund des Menschen auskommen: "Ich bin froh, dass ich einen Hund habe. Meiner ist zwar ganz sicher kein Kampfhund. Doch es schreckt potenzielle Diebe ein bisschen ab, wenn ihnen schon von weitem ein Hund entgegenbellt."

Manfred Mann aus Wildberg fragte Dames, ob es in Temnitztal schon eine höhere Steuer für Kampfhunde und andere gefährliche Hunde gebe. Nein, bisher sei dies noch nicht der Fall: "Doch Sie können so eine Steuer beschließen." Mann schlug daraufhin vor, auch schon für den zweiten und dritten normalen Hund pro Haushalt die Abgabe deutlich zu erhöhen: "Wenn man einen Hund hat, dann ist das auf dem Dorf nötig und richtig. Aber wer braucht schon wirklich einen zweiten und dritten Hund?"

Siegfried Naumann aus Wildberg schüttelte den Kopf: "Jeder Hund ist ein sozialer Faktor. Auch der so genannte gefährliche Hund hat Familienkontakt und ist für die Leute ein Freund. Menschen, die solche Tiere halten, sollten nicht dafür bestraft werden."

Mann, der beruflich als Polizist arbeitete, widersprach: "Nicht wenige gefährliche Hunde fügen Menschen Schaden zu. Mir sind leider viele solcher Fälle bekannt."

Relativ schnell war sich das Temnitztaler Gremium einig, was die Jahresbeträge für übliche Hunde betrifft. Der erste soll 25, der zweite 40 und der dritte 60 Euro pro Jahr kosten. Etwas länger wurde über Kampfhunde und andere behördlich als gefährlich eingestufte Tiere diskutiert. Schließlich stimmten die Abgeordneten für 200 Euro pro Jahr beim ersten derartigen Hund, für einen zweiten sollen 300 Euro jährlich gezahlt werden. Ob in einem Haushalt mehr als zwei Kampfhunde gehalten werden dürfen, und wie teuer sie würden, blieb bei dieser ersten Zuarbeit für die Verwaltung offen. Beschlossen werden kann die Satzung allerdings erst, wenn auch diese Fragen eindeutig geklärt sind.

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