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Karriere-Ende angekündigt

Hörgenuss: Das Duo Reinhard Hagen und Peggy Steiner überzeugte ein großes Publikum mit seinen Sangeskünsten.
Hörgenuss: Das Duo Reinhard Hagen und Peggy Steiner überzeugte ein großes Publikum mit seinen Sangeskünsten. © Foto: MZV/Rammelt
Jürgen Rammelt / 29.08.2016, 17:26 Uhr
Vielitz (MZV) Die Wärme in der Musikscheune Vielitz war am frühen Sonntagabend im Gegensatz zur Außentemperatur erträglich. Trotzdem wird sich Rüdiger Mühleisen, der die Sänger des Konzerts am Flügel begleitete, sich mehrfach den Schweiß von der Stirn wischen müssen.

Auf dem Programm stand Wolfgang Amadeus Mozart. "Er wäre in diesem Jahr 260Jahre alt geworden - ein guter Anlass, den Komponisten mit einem Konzert zu ehren", sagte Hofherr Reinhard Hagen - sonst auf den Opernbühnen der Welt zu Gast.

Eröffnet wurde mit einer Sonate des Ausnahmekomponisten, zelebriert vom noch stirntrockenen Rüdiger Mühleisen am Flügel. Dann ließ Reinhard Hagen seine voluminöse Stimme ertönen. Zu hören war mit "Abendempfindung" ein bekanntes Lied des Wiener Musikgenies.

Dann betrat Peggy Steiner die Bühne. Ihr rotes Kleid war ein Hingucker. Bereits vor zwei Jahren hatte die charmante Sopranistin mit ihrer Stimme das Publikum in der Musikscheune verzaubern dürfen. Zum Auftakt erklangen nun "Das Veilchen", "Der Zauberer", "Luise" und "Die Verschweigung". Sicher meisterte Steiner die schwierigsten Tonpassagen.

Mit Stücken der "Zauberflöte" nahm das Konzert Fahrt auf. Frank Wentzel von der Deutschen Oper Berlin entzückte die 200Zuhörer mit der Arie "Dies Bildnis ist bezaubernd schön" , um gleich danach im Duett mit Reinhard Hagen mit "Bewahret euch vor Weiberrücken" den Herren wertvolle Ratschläge zu erteilen. Der zweite Teil des Konzerts nahm mit dem Duett "Vivat Bacchus" aus "Die Entführung aus dem Serail" - dargeboten von den beiden Männern - seinen Fortgang. Aber auch für die Arie der Vitellia aus der Oper "Titus" mit ihren laut Hagen "halsbrecherischen Koloraturen" gab es für Peggy Steiner Bravo-Rufe und lautstarke Beifallsbekundungen. Diese Ehrung wurde auch Rüdiger Mühleisen für die folgende Sonate zuteil - ein quirliges und sprudelndes Werk, das vom Pianisten höchste Konzentration und virtuosen Einsatz erforderte - so dass die Schweißperlen auf den Schläfen blitzten.

Dann waren es die Zuschauer, denen es unbehaglich wurde - aber nicht wegen der Wärme. Der Grund war eine Ankündigung - und zwar eine überraschende: Denn Reinhard Hagen sprach davon, seine Karriere beenden zu wollen. Im kommenden Jahr soll es so weit sein: "Es macht keinen richtigen Spaß mehr", erklärte der 55-Jährige. Die zunehmend modernen Inszenierungen seien nicht sein Ding und für die älteren Sänger wäre es immer schwerer, eine Rolle zu erhalten. Doch erleichtert zeigte sich das Publikum, als es hieß, dass in Vielitz alles so bleiben soll, wie es ist: Die Musikscheune, die ein viel beachtetes Programm bietet, wird auch künftig mit hochklassigen Konzerten an den Vielitzsee locken.

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