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Überraschung beim Adventskonzert

Mit Tradition: Der FahlbergChor um Leiterin Sabine Fahlberg (links) nahm die Besucher des Konzerts am Sonntag in der Kirche in Neuküstrinchen auf eine musikalische Weihnachtsreise um die Welt mit. Zu hören war unter anderem die ausdrucksvolle Weihnachtspa
Mit Tradition: Der FahlbergChor um Leiterin Sabine Fahlberg (links) nahm die Besucher des Konzerts am Sonntag in der Kirche in Neuküstrinchen auf eine musikalische Weihnachtsreise um die Welt mit. Zu hören war unter anderem die ausdrucksvolle Weihnachtspa © Foto: Heike Jänicke
Heike Jänicke / 20.12.2016, 06:23 Uhr
Neuküstrinchen (MOZ) Mit einer Auswahl weihnachtlicher Lieder aus aller Welt hat der FahlbergChor am 4. Advent die Konzertbesucher in Neuküstrinchen begeistert. Für Überraschung sorgte die Sparkasse und der Förderkreis Alte Kirchen. Sie spendeten 2000 Euro für die Sanierung der Kirchenfenster.

Dicht an dicht stehen die Pkw entlang des Angers in Neuküstrinchen. Blauröcke der Freiwilligen Feuerwehr weisen Fahrern einen Stellplatz zu. Es ist dunkel geworden an diesem 4. Advent, obendrein nass und neblig. Doch der "Dom des Oderbruchs", wie die mächtige Backsteinkirche in Neuküstrinchen genannt wird, ist hell erleuchtet. Am Portal stehen Frauen vom Gemeindekirchenrat und bieten selbstgebackene Weihnachtskekse feil. Andere schenken heißen Punsch aus. Pfarrerin Nanna-Maria Luttenberger kann vielen Bekannten die Hände schütteln. Sie freut sich über den großen Zuspruch, den das mittlerweile zur Tradition gewordene Adventskonzert mit dem FahlbergChor in der Kirche in Neuküstrinchen gefunden hat. Zu den Besuchern gehören unter anderem Ulrich Leupelt nebst Frau aus Altreetz, Kurt Müller aus Neurüdnitz oder Brigitte Kaiser aus Bad Freienwalde. Der eine oder andere hat sich eine Decke mitgebracht beziehungsweise ein zusätzliches Kissen. Es ist kalt in der Kirche, was an sich nichts Ungewöhnliches für diese Jahreszeit ist. Zusätzlich allerdings lassen die Kirchenfenster kalte Luft in das Kircheninnere. Sie sind kaputt. Und darum geht es Pfarrerin Nanna-Maria Luttenberger, als sie vor die Besucher tritt. "Schauen Sie sich die großen Fenster an. Es sind 32 einbahnige und 32 zweibahnige Fenster, die sehr desolat sind", sagt die Kirchenfrau. Die Sanierung der Fenster kostet laut Pfarrerin 146 000 Euro. Ein Betrag, den die Kirchengemeinde nicht allein und schon gar nicht auf einen Hieb schultern kann. Deshalb wolle man im nächsten Jahr erst die Hälfte, also 76 000 Euro investieren. Dafür seien Förderer angeschrieben worden, berichtet Nanna-Maria Luttenberger. Zwei von ihnen kann sie am Sonntagnachmittag in der Kirche begrüßen - Sparkassenvorstand Reinhard Kampmann und Uwe Donath vom Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg. Beide sind nicht mit leeren Händen gekommen. Reinhard Kampmann überreicht symbolisch 1000 Euro für die Sanierung der Kirchenfenster. Den gleichen Betrag steuert Uwe Donath bei. Das Geld stamme aus den Mitgliedsbeiträgen der Mitglieder des Förderkreises Alte Kirchen, so Donath. Die Pfarrerin ist begeistert. Das Publikum applaudiert. Doch Nanna-Maria lässt es nicht unerwähnt, dass ein anderer großer Förderer abgesprungen sei. Und deshalb fehle jetzt noch ein Betrag von 7500 Euro. Die Sanierung eines einbahnigen Fensters koste 570 Euro, die eines zweibahnigen Fensters 3700 Euro. Die Pfarrerin ruft zu Spenden auf und bedankt sich beim FahlbergChor dafür, dass sie das Adventskonzert für das Werben in eigener Sache nutzen durfte.

Und dann geht es auf eine musikalische Reise. Sabine Fahlberg, Leiterin des seit zehn Jahren bestehenden Klangkörpers, kündigt Weihnachtslieder aus der ganzen Welt an. Sie hat nicht zu viel versprochen. Mal ist ein Lied aus der näheren Nachbarschaft zu hören, wie etwa das sanfte Schlaflied "Senora Dona Maria", dem das Publikum anmutig lauscht. Ein anderes Mal singen die neun Männer und 17 Frauen mit kräftiger Stimme ein russisches Lied. Später geht es nach Afrika. Mit "Siya hamba" wird es schwungvoll.

Dem folgen die ausdrucksvolle Weihnachtspastorale von Corelli, gespielt vom Flötenquartett des Chors, sowie Mischgesänge von Michael Praetorius. Natürlich dürfen deutsche Weihnachtslieder nicht fehlen. Bei "Es ist ein Ros' entsprungen" ist das Publikum eingeladen mitzusingen. Das lässt sich nicht lange bitten und stimmt in den Gesang ein. Mit einer wundervollen Interpretation von "Stille Nacht" und der Zugabe "O du fröhliche" geht das Konzert zu Ende. Dessen Klänge aber hallen noch lange nach.

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