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363 Forststellen werden auf die Kreise verteilt

Schmachtenhagen Wald
Baum Bäume Buche Buchen
Baumhalle an der Bäke
bis zu 300 Jahre alte Bäum
Waldbesitzer  Hardy Schobel
angestellt bei der Bundesforst
zeigt die schönheit der alten Buchen
6. Oktober 2014
Foto Jusepeitis
Schmachtenhagen Wald Baum Bäume Buche Buchen Baumhalle an der Bäke bis zu 300 Jahre alte Bäum Waldbesitzer Hardy Schobel angestellt bei der Bundesforst zeigt die schönheit der alten Buchen 6. Oktober 2014 Foto Jusepeitis © Foto: MZv
Ulrich Thiessen / 10.01.2017, 07:04 Uhr
Potsdam (MOZ) Im Zuge der Strukturreform sollen Landesaufgaben auf die Kreise übertragen werden. In der mehrjährigen Debatte wurden am ursprünglich ehrgeizigen Ziel Funktionalreform immer mehr Abstriche gemacht. Übrig bleibt vor allem die Forstverwaltung. 363 Förster und Waldarbeiter sollen auf die Kreise verteilt werden.

Der Gesetzentwurf für die Funktionalreform liegt immer noch nicht vor. Er hätte eigentlich längst das Licht der Welt erblickt haben müssen. Trotz jahrelangen interministeriellen Diskussionen und der Einberufung von Arbeitsgruppen der Landesverwaltung mit Vertretern der Landkreise konnten immer wieder neue Bedenken dieser oder jener Seite noch nicht aus dem Weg geräumt werden.

Inzwischen zeichnet sich ab, wie der größte zu kommunalisierene Aufgabenbereich, die Forstverwaltung, zerschlagen werden soll. Der Landesforstbetrieb, der rund 100 000 Hektar Landeswald bewirtschaftet, wird demnach nicht angetastet. Die hoheitlichen Forstaufgaben werden auf die Landkreise übertragen, zusammen mit 363 Stellen und den entsprechenden Finanzzuweisungen aus dem Landeshaushalt.

Aus den Landratsämtern hatte es stets geheißen, dass die Förster und Waldarbeiter in die dort angesiedelten Unteren Naturschutzbehörden eingegliedert werden könnten. In die Zuständigkeit der Kreise gelangen auf diese Weise die Waldpädagogik (Waldschulen), die Waldbrandüberwachung, die Genehmigungen für Nutzungsänderungen, forstliche Stellungnahmen zu Bebauungsplänen, die Beratung der Privatwaldbesitzer und die Zuständigkeit für Ordnungswidrigkeiten und Müllbeseitigung.

Allerdings beharrt das Landwirtschaftsministerium darauf, direkte Forstaufgaben zu behalten. Aus diesem Grund sollen das Landeskompetenzzentrum Forst in Eberswalde (LFE), die Förderstelle Templin, die Anträge aus dem Privatwaldbereich bearbeitet, und die Forstsaatgutkontrolle zu einem Landeszentrum Wald zusammengefasst werden. Die neue Behörde würde unmittelbar beim Ministerium angesiedelt werden. Auch wenn das der ursprünglichen Vorgabe der Funktionalreform widerspricht, keine neuen Landesbehörden zu schaffen.

Darüber hinaus muss noch eine vierte Gruppe aus den jetzigen Mitarbeitern der Forstverwaltung gebildet werden: der Überhang. Seit mehr als 15 Jahren wurde in mehreren aufeinanderfolgenden Forstreformen versucht, Personal abzubauen. Ideen, beispielsweise Waldarbeiter im Straßenbau einzusetzen oder gar für den Polizeidienst zu qualifizieren, führten nie dazu, die immer niedriger angesetzten Stellenvorgaben zu erreichen.

Zur Zeit gibt es noch rund 1614 Mitarbeiter im Landesforst. Eigentlich sollte die Zahl bei 1512 liegen. Das heißt: rund 100 vorwiegend Waldarbeiter werden als sogenannter Überhang geführt. Für Ende 2018 gibt der Haushalt die Zielzahl von 1050 Stellen vor. Real dürften dann1480 Stellen noch besetzt sein.

Mit den Altersabgängen und der geplanten Kommunalisierung werden die Vorgaben nicht zu schaffen sein, heißt es beim Bund Deutscher Forstleute (BDF). Der Landesvorsitzende Uwe Engelmann verweist darauf, dass gleichzeitig Personal für die Arbeiten im Landeswald angemietet wird, weil seit Jahren Nachwuchs ausgebildet aber nicht eingestellt wird.

Selbst die Zusagen der Politik vom vergangenen Herbst, je zehn Förster und Waldarbeiter neu einzustellen, wurden Ende vergangenen Jahres gekippt. Statt dessen wurden mehr Stellen für den Justizbereich bewilligt. (Mit Adleraugen)

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